Wo der Euro im Ausland am meisten wert ist

30. Juni 2016, 13:48
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Besonders günstig sind Ungarn, die Türkei und Kroatien, aber auch Slowenien, Griechenland, Portugal und Spanien – Großbritannien nach dem Brexit-Abstimmung leistbarer

Wien – Wie viel die Österreicher aus ihrem Urlaubsbudget herausholen können, hängt stark von der Wahl der Feriendestination ab. Im Ausland ist der Euro oft deutlich mehr wert als zu Hause. Besonders günstig kommt Urlaub etwa in Ungarn, der Türkei und Kroatien, wo man für 100 Euro laut "Urlaubseuro"-Erhebung der Bank Austria Waren und Leistungen im Gegenwert von 172, 162 beziehungsweise 142 Euro bekommt.

Das mit Abstand beliebteste Auslandsreiseziel der Österreicher ist aber Italien. Dort sind 100 Euro wie schon im Vorjahr mit 103 Euro in etwa gleich viel wert wie im Inland. Mehr Waren und Dienstleistungen erhalten heimische Urlauber für ihr Geld etwa in Griechenland (121 Euro), Portugal (119) und Spanien (113), aber auch in Deutschland (107) und Frankreich (104).

Urlaub auf der Insel

Nach dem EU-Austrittsvotum der Briten und der damit einhergehenden massiven Abwertung der Landeswährung Pfund ist ein Urlaub auf der Insel für Österreicher gegenüber dem Vorjahr um rund 15 Prozent billiger geworden – 100 Euro sind dort nun 105 Euro wert, vor einem Jahr waren es nur 91 Euro.

Richtig teuer kommt hingegen Urlaub in der Schweiz – der Wert von 100 Euro schmilzt dort für Österreicher diesen Sommer auf 62 Euro, was aber um fünf Prozent mehr ist als noch vor einem Jahr (59 Euro). Auch für Schweden braucht man ein dickeres Geldbörsel – 100 "österreichische" Euro sind dort nur 86 Euro wert. Ungefähr gleich viel wert wie in Österreich sind 100 Euro in den USA (101 Euro) und in Kanada (98 Euro). Mit Abstand am billigsten ist für Österreicher ein Aufenthalt in Polen, Rumänien (beide 168) und Bulgarien (163); Tschechien (138), der Slowakei (134) und Slowenien (126 ) kommen ebenfalls günstig.

Billig, billig

"Auch der Urlaubseuro bei Fernreisen ist heuer mehr wert als vor einem Jahr", betonte der Chefvolkswirt der Bank Austria, Stefan Bruckbauer, am Donnerstag in einer Aussendung. Viele Länder hätten tendenziell mehr abgewertet als die Preise im Vergleich zu Österreich gestiegen seien. In vielen Euroländern liegen die Inflationsraten den Angaben zufolge weiterhin unter jenen Österreichs. "Der Urlaubseuro profitierte in vielen Euroländern von der niedrigeren Inflation als in Österreich, in den Nichteuroländern von der Aufwertung des Euro."

In Übersee spiele die etwas höhere Inflation in Österreich beim Wertvergleich kaum eine Rolle, hier sei die Wechselkursentwicklung wichtiger. "Die Aufwertung des Euro seit dem Sommer 2015 erhöhte den Urlaubseuro in Übersee für Touristen aus Österreich um immerhin vier Prozent verglichen mit dem Zeitpunkt vor einem Jahr", so Bruckbauer.

Südafrika ebenfalls günstiger

Vor allem in Süd- und Mittelamerika, aber auch in Afrika habe sich der Wert des "Urlaubseuro" erhöht. Insbesondere in Südafrika ist er heuer laut Bank Austria mit einem Plus von 13 Prozent deutlich mehr wert.

Bei den Angaben zum "Urlaubseuro" handelt es sich um Durchschnittswerte – einzelne Regionen wie etwa London als Zentralregion können davon abweichen. Zudem sei die Tatsache, dass das Preisniveau in einigen Urlaubsländern so viel günstiger als in Österreich ist, vor allem auf das hierzulande hohe Einkommensniveau zurückzuführen, so die Bank Austria. (APA, 30.6.2016)

  • Wer sich gut überlegt, wo er im Sommer hinfährt, kann viel Geld sparen.
    foto: dpa

    Wer sich gut überlegt, wo er im Sommer hinfährt, kann viel Geld sparen.

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