ExoMars-Raumsonde auf halber Strecke zum Roten Planeten

30. Juni 2016, 12:19
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Bisher verlief das ehrgeizige Projekt von ESA und Roskosmos nach Plan

Moskau – Die europäisch-russische Raumsonde ExoMars hat die Hälfte ihres Weges zum Roten Planeten zurückgelegt. "Bisher läuft alles planmäßig", sagte ESA-Chef Jan Wörner am Rande von Gesprächen mit der russischen Partnerbehörde Roskosmos in Moskau. "Wir haben sogar erste Fotos vom Mars, aufgenommen von der Sonde."

Auch russische Forscher sprachen von einem störungsfreien Flug. ExoMars hat ziemlich genau die Hälfte der etwa 500 Millionen Kilometer langen Reise absolviert. Das ehrgeizige Projekt war am 14. März vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet worden. Die Landeeinheit soll am 19. Oktober auf dem Mars aufsetzen.

Bedauerlicher Aufschub

Der ESA-Chef sagte, er sei enttäuscht gewesen, als der zweite Teil der Mission vor kurzem von 2018 auf 2020 verschoben wurde. "Damit entstehen zusätzliche Kosten. Die Mitgliedsländer haben aber klar gesagt, dass sie an ExoMars festhalten wollen", so Wörner. Dann soll ein Rover zum Mars starten, der mit einem zwei Meter langen Bohrer tiefer in den Boden eindringen kann als frühere Marsroboter.

Der Roskosmos-Forscher Oleg Korabljow sagte, mit ExoMars sei die bisher detaillierteste Erforschung des Roten Planeten möglich. "Der Mars wird so genau untersucht, dass sogar die Erde neidisch wird." Korabljow hofft unter anderem auf einen Nachweis von Methangas. "Da auf der Erde Methan vor allem von Mikroorganismen gebildet wird, wäre dies auch auf dem Mars möglich." (APA, red, 20. 6. 2016)

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