S-Versicherung mit Plus bei privater Pensionsvorsorge

30. Juni 2016, 09:46
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Heuer bis Juni zwölf Prozent mehr Abschlüsse

Wien – Die S-Versicherung, der führende heimische Lebensversicherer, hat bei privaten Pensionsvorsorgeprodukten bis Juni zwölf Prozent mehr Abschlüsse erzielt, das Prämienplus betrug fünf Prozent. Einmalerläge dürften heuer gut 250 Millionen Euro hereinkommen, weniger als 2015. Und die neue Unfallpolizzen verkauften sich heuer mit 20.000 Stück doppelt so stark.

Generaldirektor Heinz Schuster bezeichnet als bemerkenswert, dass die Vorsorgeprodukte trotz der niedrigen Garantieverzinsung von nur einem Prozent so gut ankommen: "Nach der Steuerreform haben die Menschen offenbar mehr in der Geldbörse. Die Menschen haben sich an die niedrigen Zinsen gewöhnt und sind über jede Art der Vorsorge zufrieden." Das sei wegen des individuellen Langlebigkeitsrisikos, sich im Alter womöglich noch länger finanziell durchbringen zu müssen, auch angeraten. Samt 1,75 Prozent Gewinnbeteiligung kommen bei der S unter dem Strich 2,75 Prozent auf den veranlagten Teil heraus. Der Brexit-Effekt halte sich in Grenzen, da man nur zu drei Prozent in Aktien investiert sei.

Übertragung von Rückstellungen

Bei den Einmalerlägen profitiert der zur Vienna Insurance Group zählende Bankenversicherer vor allem von der Übertragung von Firmen-Rückstellungen, wenn Unternehmen Pensionsverpflichtungen aus ihrer Bilanz auslagern. Dennoch werde man heuer nicht an die vorjährigen 347 Millionen Euro herankommen, aber doch etwa 250 bis 270 Millionen Euro an Einmalerlägen erreichen, begünstigt durch das Private Banking der Vertriebspartner Erste und Sparkassen. Und ein Viertel des Gesamtvolumens in der Sparte Leben werde auf Fondspolizzen entfallen. Die prämiengeförderte Zukunftsvorsorge werde sich auch heuer bei etwa 5.000 Neuverträgen einpendeln, so Schuster, der ebenso wie S-Finanzvorstand Manfred Rapf forderte, in den bestehenden Förderrahmen auch die Möglichkeit einer Pflegevorsorge mit aufzunehmen.

Zudem sollte die seit 1971 unveränderte Steuerfreiheit für die Zukunftssicherung gemäß Paragraf 3/1 Absatz 15 Einkommensteuergesetz von 300 Euro im Jahr endlich angehoben werden. Zumindest verdoppelt werden sollte sie von 25 auf 50 Euro monatlich, so Schuster. Seinen Angaben zufolge laufen in der gesamten Branche rund 670.000 solcher Verträge, davon etwa 100.000 bei der S, die in der Sparte Leben knapp 15 Prozent Marktanteil aufweist, es im betrieblichen Bereich aber auf 27 Prozent bringt.

Marktführer im ersten Halbjahr

Heuer könnte die Sparkassen-Versicherung zum fünften Mal in Folge Marktführer in der Lebensversicherung sein – das war sie auch im ersten Halbjahr wieder, noch vor der Wiener Städtischen. Nun dürfte ihr aber die Uniqa-Gruppe durch Zusammenlegungen in deren Konzern auf Basis von Einzelunternehmen den Rang ablaufen, erwartet das S-Management.

Ende des Jahres wird Schuster in den Ruhestand treten, als Vorstandschef und Generaldirektor wird ihm sein jetziger Vize Rapf nachfolgen, beschloss der Aufsichtsrat Anfang der Woche. Der Vorstand setzt sich künftig wie früher aus drei statt vier Personen zusammen, neben Rapf gehören ihm dann Erwin Hammerbacher und Manfred Bartalszky an. (APA, 30.6.2016)

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