Malaysia: Regierungskritiker wegen Korruption angeklagt

30. Juni 2016, 08:52
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Lim Guan Eng bleibt vorerst auf freiem Fuß. Oppositionsführer Anwar Ibrahim sitzt bereits seit vergangenem Jahr wegen angeblicher homosexueller Handlungen im Gefängnis

Kuala Lumpur – In Malaysia ist ein prominenter Spitzenpolitiker und Kritiker des Regierungschefs Najib Razak wegen Korruption angeklagt worden. Lim Guan Eng, Ministerpräsident des Bundesstaats Penang, habe am Donnerstag vor Gericht alle Vorwürfe zurückgewiesen, teilte sein Anwalt Gobind Singh Deo mit. Er blieb zunächst gegen Zahlung einer Kaution auf freiem Fuß.

Regierungschef Najib steht wegen dubioser Millionenzahlungen auf sein Konto selbst massiv in der Kritik, auch wenn die Ermittlungsbehörden nach eigenen Angaben keine Vergehen feststellen konnten. Ein anderer seiner prominenten Kritiker, Oppositionsführer Anwar Ibrahim, sitzt seit vergangenem Jahr wegen angeblicher homosexueller Handlungen im Gefängnis. Homosexualität ist in dem mehrheitlich muslimischen Land in Südostasien mit rund 30 Millionen Einwohnern verboten.

Laut Anklage soll Eng illegalerweise eine Agrarfläche zur Bebauung freigegeben haben. Zudem soll er einen Bungalow unter dem Marktwert gekauft haben. Ihm drohen 22 Jahre Haft. (APA, 30.6.2016)

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