Brexit erschwert geplanten AKW-Bau in England

30. Juni 2016, 06:03
48 Postings

Noch keine endgültige Entscheidung über umstrittenes EDF-Projekt Hinkley Point

London – Das Brexit-Votum könnte den Bau des umstrittenen Atomkraftwerks in Hinkley Point in Großbritannien durch den französischen Staatskonzern EDF behindern: Die Umsetzung des Großprojekts werde durch die Entscheidung für einen EU-Austritt schwieriger werden, sagte der französische Finanzminister Michel Sapin am Mittwochabend der BBC. "Wir müssen jetzt erst einmal sehen, wo wir stehen", sagte Sapin. "Wir müssen unser Gleichgewicht zurückgewinnen. Der Brexit hat hohe Wellen geschlagen."

Umstrittenes Projekt

Grundsätzlich stehe die französische Regierung aber immer noch hinter dem Projekt, beteuerte Sapin. Zuvor hatte bereits die britische Energie-Staatssekretärin Amber Rudd erklärt, das Brexit-Votum bringe "keinerlei Änderungen an dem Vorhaben". Das auf 23 Milliarden Euro veranschlagte Projekt sieht die Errichtung von zwei Atomreaktoren in Hinkley Point in der Nähe von Bristol im Südwesten Englands vor. Umweltschützer und Gewerkschaften, aber auch Teile der französischen Regierung sehen das Großprojekt kritisch.

Entscheidung im September

Frankreichs Präsident François Hollande sagte dem Vorhaben bereits klar seine Unterstützung zu. Er verspricht sich davon die Sicherung von Innovation und Arbeitsplätzen in der französischen Atomindustrie. Die abschließende Entscheidung über den Bau des umstrittenen Atomkraftwerks soll im September fallen; dies hatte die französische Regierung bereits im April bekannt gegeben.

Das Brexit-Votum sorgt bei internationalen Unternehmen für Verunsicherung. Viele kündigten bereits an, ihr Engagement in Großbritannien auf den Prüfstand zu stellen. (APA, 30.6.2016)

Share if you care.