Proben für den Ernstfall

Kolumne29. Juni 2016, 18:41
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Nicht mehr lang, dann ist die EM vorbei – aber was dann?

Am Montag, dem 11. Juli tritt der Ernstfall ein. Dann stürzen alle in dieses tiefschwarze Loch. Wie bloß soll man sich beschäftigen? Ratlosigkeit in den Wohnzimmern. Die Funktionsfähigkeit der Fernbedienung wird angezweifelt. In den Wirtshäusern werden die Fernseher abgehängt. Die Public Viewings sind nicht mehr. Kein Fußball um 15 Uhr, kein Fußball um 18 Uhr und nicht einmal Fußball um 21 Uhr. Irgendwann geht jedes Fußballfest zu Ende. Experten raten, bereits jetzt Vorbereitungen zu treffen, damit der Schock am 11. Juli nicht so drastisch ausfällt.

Dazu bieten sich die Ruhetage bei der EURO an. Die nächsten sind Montag und Dienstag. An diesen Tagen soll der Ernstfall geprobt werden. Es ist wichtig zu erkennen, so sagen es die Experten, dass die Erde zwar rund, aber kein Fußball ist. Auch dass sich die Erde am 11. Juli sogar weiterdrehen wird, wird für manche wie ein brutaler Schlag ins Gesicht wirken. Es geht also darum, die Alternativen zu sehen. Rosamunde Pilcher, den Bergdoktor, ZiB 2 History als würdigen Ersatz zu erkennen. Und es bietet sich wieder Gelegenheit, im gleichen Haushalt wohnenden Lebenspartnern und Lebenspartnerinnen Aufmerksamkeit zu schenken.

"Desgleichen ihr Männer, wohnt vernünftig mit ihnen zusammen und gebt dem weiblichen Geschlecht als dem schwächeren seine Ehre. Denn auch die Frauen sind Miterben der Gnade des Lebens", so heißt es im ersten Brief des Petrus im Neuen Testament. Also gilt es, am 11. Juli irgendwie wieder ins Leben nach der EURO zu finden. Die gute Nachricht: Nach der EURO ist vor der EURO. Die nächste beginnt schon in einem Jahr – die der Frauen. Denn, das wusste Petrus noch nicht, Frauen sind auch Miterben der Gnade des Fußballs. (Birgit Riezinger, 29.6.2016)

  • Bald wird es finster.
    foto: reuters

    Bald wird es finster.

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