Warum die Zellkernteilung wie geschmiert läuft

30. Juni 2016, 07:00
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Wien – Chromosomen sind bei der Zellkernteilung (Mitose) in einen seifenartigen Eiweißmantel gehüllt, berichten Wiener Forscher in "Nature". Dies sorge dafür, dass sie reibungslos auf die Tochterzellen aufgeteilt werden können.

foto: imba

Unter der Leitung von Daniel Gerlich vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) suchten die Forscher gezielt Eiweißstoffe, die wichtig für die korrekte Aufteilung der Chromosomen bei der Mitose sind. Dabei entdeckten sie, dass die Chromosomen verklumpen und aneinander kleben, wenn ein Eiweißstoff namens Ki-67 fehlt.

Ki-67 formt an der Oberfläche der Chromosomen bürstenartige Strukturen mit flexiblen Fäden und ist stark elektrostatisch geladen. Er wirkt durch diese physikalischen Eigenschaften vermutlich wie Seifen oder andere oberflächenaktive Substanzen, die man etwa in industriellen Prozessen und Waschmitteln verwendet, um kleine Tröpfchen von Emulsionen zu stabilisieren und Schmutzflecken zu lösen.

Abstract
Nature: "Ki-67 acts as a biological surfactant to disperse mitotic chromosomes"

(APA, 30. 6. 2016)

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