Interessante Typen, die das TV braucht: "Sonst würde ich wahnsinnig"

29. Juni 2016, 16:56
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Claus Peymann über seine Bernhard-Träume in den "Seitenblicken", Dalai Lama und Lady Gaga in der "ZiB 24"

"Gibt es einen Tag im Leben, an dem sie nicht an Thomas Bernhard denken?", fragen die "Seitenblicke" Claus Peymann. Und wie das bei ihm so Sitte ist, belässt es der Ex-Burg-Chef nicht beim kurzen Ja. Durchaus gebe es Tage ohne Bernhard, "sonst würde ich wahnsinnig werden". Das Schlimmste seien aber die Nächte: "Ich träume, dass ich den Bernhard treffe, ich bezeichne mich als dessen einzige noch lebende Witwe ..."

Peymann genoss seine Traumerzählung. Und wären die "Seitenblicke" nicht ein Häppchenformat, er hätte weiter unterhalten – es gibt eben belebende Zeitgenossen, die TV-Situationen schnell auf unalltäglich-kurzweiliges Niveau heben. Ein ähnlicher Fall, aber im Weltformat, ist der Dalai Lama. Zum Ärger der chinesischen Macht traf er Lady Gaga und bereicherte so auch die "ZiB 24". Der perplexen Lady schlug er vor, "noch mehr Geld zu verdienen", um noch intensiver karitativ dienen zu können. Gaga, die aussah wie Madonna, als sie Eva Perón spielte, zeigte jedoch schnell, dass auch sie zum Kreis dieser Auserwählten zählt, die medial betören – wobei sie bewies, dass der intellektuelle Preis hoch sein kann.

Warum sind die USA politisch so gespalten, Frau Gaga? Und sie sprach vom Geist der USA, der keine Verbindung zu seinem Körper habe, darum gebe es keine Harmonie im Land. Der Dalai Lama lachte milde; Hass, Wut und Angst ließen sich nur durch Liebe überwinden, ergänzte er. Zu diesem Gaga-Augenblick hätte Peymann besser gepasst. "Gibt es Tage, an denen du keinen Unsinn redest?", würde er Gaga nicht gefragt haben. Aber etwas in der Art hätte sie verdient – als Medienmensch, der wie Peymann und Dalai Lama natürlich medial wertvoll ist. (Ljubiša Tošić, 29.6.2016)

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