Das Indie-Game der Woche: "Dead by Daylight"

10. Juli 2016, 10:57
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Das Horror-Multiplayer-Spiel lässt vier wehrlose Opfer mit einem übermächtigen Bösewicht Katz und Maus spielen

Wer jemals einen der berühmt-berüchtigten Achtzigerjahre-Slasherkultfilme gesehen hat, hat das Konzept von "Dead by Daylight" (Windows, 19,99 Euro) im Prinzip schon verstanden: Wie in "Halloween", "Texas Chainsaw Massacre" oder "Freitag der 13." ist verzweifelte Flucht vor einem übermächtigen, mit brutaler Härte zuschlagenden Killer auch im Multiplayer-Actionspiel das Zentrum der nervenzerreißenden Spannung. Vier unbewaffnete Spielerinnen und Spieler versuchen, durch das Aktivieren von Stromgeneratoren einen Fluchtweg zu öffnen – und ein kaltblütiger Mörder setzt alles daran, diese Flucht mit allerlei blutigem Werkzeug zu verhindern. Das Prinzip des asymmetrischen Multiplayers der Monsterjagd von "Evolve" kommt auch hier zum Einsatz, nur in gewisser Weise umgekehrt: Statt zu viert ein riesiges Monster zur Strecke zu bringen, macht dieses Jagd auf die wehrlosen Opfer. Der "Versus"-Mode von "Left 4 Dead" ist der bekannte Urvater des Konzepts.

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Video: Trailer zu "Dead by Daylight".

Spannung und Gänsehaut

Die Flüchtenden sehen ihre Welt aus der Third-Person-Perspektive, was einen Rundumblick ermöglicht, können schleichen, sprinten, sich verstecken oder ihrem Verfolger Hindernisse in den Weg werfen; dieser ist zwar trotz gruselig stoischem Schritttempo schneller unterwegs, kann aber dafür wegen seiner Größe manche Hindernisse nicht überwinden. Zwei schnelle Hiebe mit dem Mordwerkzeug der Wahl lassen dafür jeden Überlebenden zu Boden gehen. Wie es sich für einen Horrorfilmschocker gehört, werden die so Betäubten dann noch lebendig als Trophäen aufgehängt – werden sie nicht rechtzeitig von den anderen Überlebenden befreit, ist es aus mit ihnen. Der aus drei verschieden bewaffneten Varianten auswählbare Bösewicht sieht die Umwelt übrigens aus der First-Person-Perspektive und bekommt optische und akustische Hinweise, wo sich die flinke Beute gerade aufhält.

Dank klischeegruseliger Atmosphäre und absolut passender Geräuschkulisse kommt so vor allem in der Rolle der Gejagten spannendes Gänsehautfeeling auf; sich nach waghalsigen Fluchtmanövern noch gerade so vor dem unheimlichen Verfolger zu retten, ist ein adrenalintreibendes Erlebnis. Mit reinen Reflexen ist es dabei allerdings nicht getan, denn sowohl als Jäger wie als Beute sind taktisches Vorgehen und – bei den Flüchtenden – Kooperation entscheidend. Freischaltbare Fähigkeiten und optische Justierungen am Spielcharakter bringen zusätzliche Anpassungsmöglichkeiten.

Am besten mit Freunden

Wie so oft bei Multiplayerspielen steht und fällt der Spaß allerdings mit den Mitspielern: Während eine motivierte Freundesrunde dank der dringend erforderlichen Koordination dem Bösewicht manchmal sogar entscheidend überlegen sein kann, droht "Dead by Daylight" je nach zufälliger Zuteilung unbekannter Mitspieler aus dem Internet auch zum Ärgernis zu werden – ein Befund, der allerdings auf so gut wie alle Multiplayerspiele zutrifft. Mit konstruktiven Mitspielern bietet "Dead by Daylight" allerdings ein originelles, so noch nicht gesehenes Mehrspielererlebnis ganz im Geiste des Slasher-Genres. (rs, 29.6.2016)

"Dead by Daylight" ist für Windows-PC erschienen. UVP: 19,99 Euro.

Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Das Testmuster wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

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