"Im Brennpunkt" im ORF über Hmong: Vietnams Bergvolk in Not

30. Juni 2016, 07:00
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Die Minderheit lebt in den Bergen des Nordens in bitterer Armut. Marion Mayer-Hohdahl begleitete World Vision für ein Entwicklungshilfeprojekt – ORF 3, 21.50 Uhr

Wahrscheinlich gibt es hierzulande nicht so wenige, die noch nie etwas von den Hmong gehört haben. Krimifans ist der Name möglicherweise ein Begriff, sie kennen die Hmong aus den großartigen Büchern Colin Cotterills mit dem ehrenwerten Doktor Siri.

Der kluge, witzige und spirituell begabte Gerichtsmediziner in Laos hat in einem seiner Fälle mit den Hmong zu tun, und über die Mordsgeschichte erfährt man auch mehr über diese Volksgruppe, die in China, Laos, Kambodscha und Vietnam eine Minderheit darstellt, in der Abgeschiedenheit der Berge lebt, missachtet und ausgestoßen von der Gesellschaft.

Größte Minderheit Vietnams

Mit mehr als einer Million Menschen sind die Hmong die größte Minderheit Vietnams. Um sie geht es in einer Ausgabe der ORF-3-Reportagereihe "Im Brennpunkt" am Donnerstag um 21.50 Uhr auf ORF3. Marion Mayer-Hohdahl begleitete World Vision für ein Entwicklungshilfeprojekt.

foto: orf / marion mayer-hohdahl
Projektleiterin von World Vision, Tanja Zach, mit einem Patenkind.

Seit zehn Jahren ist die Hilfsorganisation in Vietnam aktiv. Die Gelder von World Vision laufen nicht über die Regierung und werden auch nicht von der Regierung verwaltet, erklärt Tanja Zach, Projektleiterin in Chang Tao. Die Mitarbeiter unterstützen die bitterarme Bevölkerung mit Bildungs- und Ernährungsprogrammen.

Spielerisches Lernen

Während in Vietnam die Analphabetenrate niedrig ist – mehr als 90 Prozent der über 15-Jährigen Vietnams kann lesen und schreiben, sieht das bei den Minderheiten anders anders aus. 110 Lehrer wurden ausgebildet, um den Kindern spielerisch Vietnamesisch als zweite Sprache beizubringen.

foto: orf / marion mayer-hohdahl
Das Leben ist hart in den Bergen des Nordens.

Das Leben ist hart in den Bergen, extreme Armut, Kälte und Mangelernährung setzen den Menschen auch gesundheitlich zu. Der Reisvorrat reicht oft nur für neun Monate, für den Verkauf bleibt gar nichts über. Viele junge Menschen siedeln ab und ziehen in die Elendsviertel der Stadt.

Presse unter Druck

41 Jahre nach dem Ende des Krieges zeigt sich Vietnam als erfolgreiches Schwellenland. Die Minderheiten im Norden haben nichts davon. Die Hmong kämpften im Vietnamkrieg mit den Amerikanern gegen den kommunistischen Norden. Möglicherweise werden sie deshalb von offizieller Seite ignoriert.

Die Film ist auch ein Beleg für die unfreie Presse in Vietnam: Die kommunistische Einheitsregierung hatte ein Auge auf den Dreh, ein Aufpasser begleitete das Team auf Schritt und Tritt. (prie, 30.6.2016)

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