Schlägt Facebook Freunde nach Standorten vor? Nein, doch, ohhh!

29. Juni 2016, 13:57
5 Postings

Facebook bestätigte einen Bericht, dementierte ihn und bestätige dann einen früheren Test

Am Dienstag hat ein Bericht für Aufregung gesorgt, demzufolge Facebook neue Freunde aufgrund von Standortdaten vorschlagen soll. Das könnte zu ungewollten Outings führen, etwa bei einem Treffen der Anonymen Alkoholiker. Offenbar stimmt das jedoch nicht ganz. Grund für den falschen Bericht ist aber nicht die fehlerhafte Recherche der Journalisten, sondern eine falsch informierte PR-Abteilung bei Facebook.

Ja, wir verwenden Standortdaten

Auf die erste Nachfrage von Fusion hatte ein Facebook-Sprecher bestätigt, dass die Standortdaten dazu beitragen, welche anderen Facebook-Mitglieder einem als Freunde vorgeschlagen werden. Nach einer erneuten Nachfrage des Redakteurs zu den potenziellen negativen Auswirkungen erklärte der Sprecher, dass Standortdaten einer von mehreren Faktoren für Freundes-Vorschläge seien. Fusion hatte also zwei Bestätigungen seitens Facebook.

Nein, wir verwenden keine Standortdaten

Nach Veröffentlichung des Berichts reagierte das Unternehmen nochmals und dementierte nun, dass Standortdaten verwendet werden. Andere Facebook-Nutzer würden basierend auf gemeinsamen Freunden, Angaben zur Arbeitsplätzen und Ausbildung, importierten Kontakten und "anderen Faktoren" vorgeschlagen. Diese Stellungnahme ließ Facebook inzwischen auch dem WebStandard zukommen. Worum es sich bei diesen "anderen Faktoren" handelt, ist nicht bekannt.

Für einen Test aber doch ein bisschen

Dann wurde klar, dass Facebook im vergangenen Jahr einen Test durchgeführt hatte, bei dem Standortdaten von Nutzer für Freundesvorschläge eingesetzt wurden. Facebook bestätigte das gegenüber Fusion. Der Test habe Ende 2015 für einen Zeitraum von vier Wochen mit einer kleinen Nutzergruppe stattgefunden. Offenbar sei das aber nicht allen Teilnehmern des Tests und Mitarbeitern der PR-Abteilung bei Facebook klargewesen. So soll es zu den falschen Angaben gekommen sein.

Nutzer und Datenschützer, die Facebook eine noch viel weitergehende Schnüffelei unterstellen, dürften solche Patzer nicht beruhigen. (red, 29.6.2016)

  • Facebooks PR-Abteilung ist ein Patzer passiert.
    foto: reuters/eric gaillard

    Facebooks PR-Abteilung ist ein Patzer passiert.

Share if you care.