Presse-Komitee CPJ kritisiert Ausweisung von Moderatorin aus Ägypten

29. Juni 2016, 13:37
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Liliane Daoud macht Präsident Sisi für ihre Festnahme verantwortlich

Kairo – Das internationale Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) hat die Ausweisung einer bekannten britisch-libanesischen TV-Moderatorin aus Ägypten kritisiert. Es sei empörend das Liliane Daoud ohne vorherige Warnung gezwungen worden sei, das Land zu verlassen, teilte die Organisation in einer am Mittwoch verbreiteten Erklärung mit.

"Wo unabhängige Journalisten betroffen sind, hat Ägypten sogar den Anschein eines Rechtsstaates aufgegeben."

Interviews mit Kritikern der Regierung

Daoud hatte in den vergangenen fünf Jahren eine populäre Talkshow im ägyptischen Kanal ON TV moderiert. Sie war bekannt für ihre Interviews mit Kritikern der Regierung. Am Montagabend wurde Daoud nach eigener Darstellung von acht Männern in Zivil zu Hause bedroht und zum Kairoer Flughafen gebracht, von wo aus sie nach Beirut fliegen musste. Ihre Talkshow war kurz zuvor abgesetzt worden.

Befehl zur Festnahme direkt aus Büro des Präsidenten

Daoud sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Befehl zur ihrer Festnahme sei laut Polizei direkt vom Büro des ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi gekommen. Ihr sei in der Vergangenheit schon mehrmals mit Abschiebung gedroht worden.

Ägyptens Regierung hat den Druck auf die Presse in den vergangenen Wochen noch einmal erhöht. Drei ranghohe Vertreter der Gewerkschaft für Journalisten müssen sich derzeit vor Gericht verantworten, weil sie Flüchtigen Unterschlupf gewährt haben sollen. Anfang Mai war die Polizei in das Hauptquartier der Gewerkschaft in Kairo eingedrungen. (APA, 29.6.2016)

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