Firmengründer sind meist Einzelkämpfer

29. Juni 2016, 12:29
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Im Jahr 2014 standen 45.865 Neugründungen 39.341 Schließungen gegenüber, aktuellere Zahlen liegen nicht vor

Wien – Wer seine eigene Firma gründet, braucht sich keinen Job mehr zu suchen. Die meisten Betriebe werden im Dienstleistungsbereich eröffnet, nur ein geringer Anteil in der Produktion. Sie schaffen im Schnitt 1,6 Arbeitsplätze. 2014 standen in Österreich 45.865 Neugründungen 39.341 Schließungen gegenüber, wie aus den Daten der Statistik Austria hervorgeht. Aktueller Zahlen liegen nicht vor.

Rund drei Viertel der neu gegründeten Firmen (34.445) waren im Erhebungsjahr 2014 Einzelunternehmen. 15,8 Prozent stellten sich als Kapitalgesellschaft auf, 9,1 Prozent als Personengesellschaft oder in einer anderen Rechtsform. 80,6 Prozent hatten – neben dem Gründer – keine Mitarbeiter (unselbstständig Beschäftigten); 14,8 Prozent schufen zwischen ein und vier Jobs, 3,1 Prozent zählten fünf bis neun Mitarbeiter und nur 1,4 Prozent beschäftigten zehn oder mehr Arbeitnehmer.

Viele Unternehmen gibt es nur wenige Jahre, wie die Statistik zeigt: Von den 2009 in Österreich gegründeten Betrieben waren ein Jahr später noch 91 Prozent aktiv, nach zwei Jahren waren es 81 Prozent und nach drei Jahren nicht einmal drei Viertel (72,3 Prozent). Nach vier bzw. fünf Jahren des Bestehens lag die Überlebensrate dann noch weiter darunter – bei lediglich 62,2 bzw. 56,2 Prozent.

Am meisten neue Diensleistungsunternehmen

2014 entfiel das Gros der Neugründungen (88,3 Prozent bzw. 40.498 Firmen) auf den Dienstleistungsbereich – und hier vor allem auf die Bereiche "Gesundheits- und Sozialwesen" (10.983 neue Betriebe), "Handel" (7.513) und "Freiberufliche/technische Dienstleistungen" (6.359 ); dahinter folgten "Beherbergung und Gastronomie" (3.735), "Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen" (2.826") bzw. "Sonstige Dienstleistungen" (2.344) und "Information und Kommunikation" (2.195).

Die Neugründungsrate betrug 8,1 Prozent und lag damit in etwa auf dem Niveau vom Jahr davor (8 Prozent). Die höchste Rate gab es mit 13,2 Prozent im "Gesundheits- und Sozialwesen" – dazu gehören etwa Branchen wie Hauskrankenpflege, Pflegeheime oder Tagesbetreuung von Kindern. Die Schließungsrate über alle Unternehmensgründungen hinweg lag bei 7 Prozent.

Am besten hielten sich neue Firmen in den Bereichen "Energieversorgung" (mit einer fünfjährigen Überlebensrate von 77,1 Prozent) bzw. "Wasserversorgung und Abfallentsorgung, "Grundstücks- und Wohnungswesen sowie "Gesundheits- und Sozialwesen". Nur etwa jede zweite Firma überlebte den Fünfjahreszeitraum in den Bereichen "Sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen", "Verkehr", "Beherbergung/Gastronomie", "Kunst, Unterhaltung und Erholung" sowie "Erziehung und Unterricht". (APA, 29.6.2016)

  • Wer mit seiner hoch hinaus will, muss früh aufstehen.
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    Wer mit seiner hoch hinaus will, muss früh aufstehen.

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