Wifo: Österreich braucht mehr Lebensqualität statt mehr BIP als Ziel

29. Juni 2016, 11:03
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Reformagenda Österreich 2025 für mehr Ökologisierung und Flexibilisierung der Wirtschaft

Wien – Das Wirtschaftsforschungsinstitut fordert eine Umorientierung der Wirtschaftspolitik. Ziel müsse mehr Lebensqualität sein, dazu genüge es nicht, den Ausstoß an Waren und Dienstleistungen zu erhöhen. Lebensqualität erreiche man über drei Wege: steigende Einkommen, sozialen Ausgleich und ökologische Nachhaltigkeit, also insbesondere die Abkehr von fossilen Brennstoffen.

In ihrer Reformagenda Österreich 2025 stellten Wifo-Chef Karl Aiginger und die Forscher Marcus Scheiblecker und Margit Schratzenstaller am Dienstag in Wien ihre Vorstellungen vom Umbau der Wirtschaftspolitik vor. So soll geforscht werden, um Energieträger im Besonderen und alle Ressourcen im Allgemeinen effizienter zu nutzen. Der Energie- und Ressourcenverbrauch soll vom Wirtschaftswachstum entkoppelt werden. Investitionen sollen in Infrastruktur gehen und dazu beitragen, die Einkommensunterschiede zu verringern. Die Regulierung soll verringert werden, die Unternehmensgründung erleichtert.

Die Arbeitslosigkeit soll einerseits durch eine bessere Ausbildung, andererseits durch mehr Flexibilität – die aber Arbeitnehmer- und Arbeitgebervorstellungen entsprechen soll – gesenkt werden. Die Abgaben auf den Faktor Arbeit sollen sinken. Dazu soll der öffentliche Sektor beitragen, indem er die Abgaben weg von der Arbeit und hin zum Ressourcenverbrauch ändert. Insgesamt solle die Abgabenbelastung sinken. Investitionen sollen auf ökologische und soziale Innovationen ausgerichtet werden. (APA, 29.6.2016)

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