Internetgeschwindigkeit: Lahmes Österreich hinkt hinterher

29. Juni 2016, 11:00
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Wachstum bei Internetgeschwindigkeit laut IT-Konzern Akamai um 26 Prozent, doch andere EU-Länder weit voraus

Der Konzern Akamai, der einer der größten Anbieter für Netzwerkoptimierung ist, hat einen neuen Bericht über den "globalen Zustand" des Internets publiziert. Akamai vergleicht darin, wie schnell das Netz in einzelnen Ländern benutzt werden kann. Österreich bleibt zwar in den globalen Top 30, verglichen mit anderen EU-Ländern oder wirtschaftsstarken Staaten weltweit können die Daten aus wirtschaftlicher Perspektive nicht zufrieden stellen.

Auch Spitzenreiter Schweden mit Steigerung

So beträgt die durchschnittliche Breitbandgeschwindigkeit in Österreich laut Akamai 12,3 Mbit/s. Damit liegt Österreich erneut hinter der geografisch gut vergleichbaren Schweiz (15,7 Mbit/s) sowie etwa hinter Deutschland, Ungarn, Belgien oder Rumänien. Spitzenreiter in Europa sind die Schweden mit durchschnittlich 19,1 Mbit/s. Und: Schweden konnte seine schon vergangenes Jahr hervorragenden Werte noch einmal um 30 Prozent steigern.

Daher ist das österreichische Wachstum bei der Geschwindigkeit, das 26 Prozent beträgt, zwar prinzipiell gut, vergleichsweise aber relativ wirkungslos, da die Konkurrenz ebenfalls besser wird. Weltweit führt wieder einmal Südkorea mit beeindruckenden 26,7 Mbit/S.

Höchstgeschwindigkeit: Rumänien um mehr als 50 Prozent besser

Bei der Höchstgeschwindigkeit, die erreicht werden kann, schneidet Österreich noch schlechter ab. Hier belegt man mit 47,6 Mbit/s nur den globalen Rang 45. Zum Vergleich: Rumänien (73,6 Mbit/s), Schweden (71,8 Mbit/s) und die Schweiz (66,3 Mbit/s) schneiden um einiges besser ab. Bei der Breitband-Verbreitung, was Internetzugang betrifft, liegt Österreich mit 92 Prozent im Mittelfeld.

Bei mobilen Anwendungen bleibt Österreich ebenfalls im europäischen Mittelfeld stecken. Durchschnittswerte von 9,9 Mbit/s sind zwar prinzipiell in Ordnung, allerdings hinter denen zahlreicher anderer europäischer Länder wie Dänemark, Finnland, Frankreich, Irland oder den beeindruckenden Briten (26,8 Mbit/s). Der Vergleichswert zwischen mobilen und nicht-mobilen Werten liegt für Österreich bei 1,3x – ebenfalls kein glänzender Wert.

Durchschnitt

Insgesamt lässt sich also konstantieren, dass die Breitband-Milliarde, mit der die österreichische Regierung ein besseres Netz schaffen will, bitter benötigt wird. Gerade die von Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) beschworene "Start-up Mentalität" braucht schnelles Internet, soll sie das Wirtschaftswachstum stimulieren. Mit Durchschnittswerten wird Österreich in diesem Punkt keinen Standortvorteil generieren. (red, 29.6.2016)

  • Österreich holt in Minischritten auf – doch die Konkurrenz wächst selbst
    foto: ap/azim

    Österreich holt in Minischritten auf – doch die Konkurrenz wächst selbst

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