Skandal um gefälschte Impfstoffe in Indonesien

29. Juni 2016, 10:52
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Kriminelle verkauften über zehn Jahre lang gefälschte Impfstoffe an Kliniken

Jakarta – Nach der Aufdeckung eines riesigen Skandals um gefälschte Impfstoffe in Indonesien raten die Behörden allen Eltern, ihre Kinder notfalls erneut impfen zu lassen. Eltern sollten sich an ihre Ärzte wenden und im Zweifelsfall die Impfung wiederholen, sagte der Vorsitzende des Verbands der Kinderärzte, Aman Bhakti Pulungan, am Mittwoch.

Die Polizei hatte vergangene Woche ein kriminelles Netzwerk zerschlagen, das mehr als ein Jahrzehnt lang gefälschte Impfmittel gegen Tuberkulose, Hepatitis B und Tetanus und andere Krankheiten an Krankenhäuser verkauft haben soll. 16 Verdächtige wurden festgenommen, darunter die mutmaßlichen Anführer der Gruppe, ein Ehepaar. Das ganze Ausmaß des Skandals war zunächst unklar. Gesundheitsministerium und Polizei prüften noch, hieß es.

Der Skandal war ans Licht gekommen, nachdem ein Pharmakonzern die Behörden alarmiert hatte, dass einige seiner Produkte gefälscht worden seien. In rund 30 Kliniken wurden bereits gefälschte Impfseren beschlagnahmt. Der Skandal löste landesweit Empörung und Sorge aus. Präsident Joko Widodo sprach von einem "außerordentlichen Verbrechen" und forderte eine harte Bestrafung der Verantwortlichen. (APA, AFP, 29.6.2016)

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