Ein demokratischer Rohstoffgigant in der Krise

29. Juni 2016, 09:00
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Verfall der internationalen Rohstoffpreise traf die junge und exportabhängige zentralasiatische Demokratie stark

Ulanbaatar – Die Mongolei ist eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Konnte der Bergbau in der Vergangenheit für hohes Wirtschaftswachstum sorgen, ist es seit 2012 zu einem abrupten Abschwung gekommen. Zu einem zunehmend ernsten Problem wird die starke Abhängigkeit des Landes von seinem mächtigen Nachbarn und größten Handelspartner China.

Weil die Konjunktur in der Volksrepublik schwächelt und der Rohstoffhunger der Chinesen deutlich nachgelassen hat, läuft es auch für die Mongolei nicht mehr so rund wie früher. Die wichtigsten Exportgüter Kupfer, Öl und Eisenerz werden weniger nachgefragt. Auch der Verfall der Rohstoffpreise macht der Mongolei schwer zu schaffen.

Der Binnenstaat zwischen den beiden übermächtigen Nachbarn Russland und China zählt auf einer Fläche viermal so groß wie Deutschland nur knapp drei Millionen Einwohner. US-Außenminister John Kerry nannte die Mongolei, die 1990 friedlich den Kommunismus abgeschüttelt hatte, bei einem Besuch diesen Monat "eine Insel der Demokratie".

Das Vertrauen in die Politik schwindet indes mit der Wirtschaftskrise. Schon lange gibt es Enttäuschung, dass der Reichtum durch die Bodenschätze nicht beim einfachen Volk angekommen ist und viele unverändert in Armut leben.

Ein weiteres Problem der Mongolei ist die Zurückhaltung ausländischer Firmen, die zuletzt deutlich weniger Geld in die Hand nahmen, um den Bergbau des Landes auszubauen. (APA, 29.6.2016)

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