Filmmuseumsdirektor Horwath gibt Posten 2017 ab

29. Juni 2016, 08:07
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Alexander Horwath hört nach drei Amtsperioden und 15 Jahren auf, die Direktion wird öffentlich ausgeschrieben

Wien – Alexander Horwath wird das Österreichische Filmmuseum nach 15 Jahren als Direktor verlassen. Der seit 2002 amtierende Leiter der Kinemathek in Wien stehe für keine vierte Amtsperiode zur Verfügung, teilte das Filmmuseum der APA mit. Der Posten der Geschäftsführung soll in den kommenden Tagen ausgeschrieben und mit 1. Oktober 2017 für fünf Jahre neu besetzt werden.

Ursprünglich wäre Horwaths Vertrag Ende dieses Jahres ausgelaufen. "Um dem/der Nachfolger/in einen graduellen Einstieg zu ermöglichen und die Kontinuität und Qualität der Arbeit der Institution zu garantieren", wurde die Funktionsperiode jedoch bis Oktober 2017 verlängert. Der Vorstand will die neue Leitung bis Ende des Jahres auf Vorschlag einer international besetzten Findungskommission unter dem Vorsitz von Daniel Charim, Obmann des Filmmuseum-Trägervereins, bestellen. Die Ausschreibungsfrist endet am 31. August, gefordert werden u.a. "Berufserfahrung in leitender Funktion einer filmkulturellen Institution" sowie "Erfahrung im Umgang mit internationalen und österreichischen Institutionen im Film- und Kulturbereich".

Kinemathek seit 1964

1964 von Peter Kubelka und Peter Konlechner gegründet, versteht sich das im Gebäude der Albertina beheimatete Filmmuseum als international ausgerichtete Kinemathek, deren Ausstellungen ausschließlich auf der Leinwand stattfinden. Ehrenpräsident ist der US-Meisterregisseur Martin Scorsese. 2002 beerbte Alexander Horwath die beiden Gründer des Hauses als Direktor, seitdem wurde u.a. der gänzlich in Schwarz gehaltene Kinosaal – das "Unsichtbare Kino" – renoviert, der Spielbetrieb und die Sammlungen wurden ausgeweitet und die Filmvermittlung wurde eingeführt. In der kürzlich abgelaufenen Saison 2015/16 zählte das Filmmuseum nach eigenen Angaben 52.311 Besucher bei 697 Vorstellungen.

Horwath wurde 1964 in Wien geboren und studierte Theaterwissenschaft an der Universität Wien. 1985 begann er seine publizistischen Tätigkeiten mit Texten für österreichische und internationale Medien, darunter für den "Falter", "Die Zeit" und die "Süddeutsche Zeitung". Von 1992 bis 1997 war Horwath Direktor der Viennale, in Buchpublikationen beschäftigte er sich u.a. mit Michael Haneke, dem österreichischen Avantgardefilm, dem US-amerikanischen Film der 1960er und 1970er-Jahre sowie 50 Jahren Filmmuseum. 2006 lehnte er das Angebot, beim renommierten New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) Leiter des Film-Departments zu werden, zugunsten des Filmmuseums ab. (APA, 29.6.2016)

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