Grazerinnen warten auf neue Stadträtin

28. Juni 2016, 16:25
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KPÖ-Vizebürgermeisterin Kahr und Grünen-Stadträtin Rücker sind beide bereit, Frauenressort zu übernehmen, Rücker will auch Männerberatung an Bord haben

Graz – Seit Martina Schröck, Exvizebürgermeisterin und Exchefin der Grazer SPÖ, aus der Politik ausschied, ist immer noch nicht klar, wer künftig Frauenstadträtin sein wird. Michael Ehmann, Nachfolger Schröcks als Chef der Stadt-SPÖ, wird es nicht. Denn die Aussicht darauf, dass ein Mann sie vertritt, ließ die traditionell starke und parteiunabhängig organisierte Frauenszene rund um den Grazer Frauenrat aufschreien – DER STANDARD berichtete. Ehmann gab nach und bot das Ressort den einzigen Frauen im Stadtsenat an: KPÖ-Vizebürgermeisterin Elke Kahr und Grünen-Stadträtin Lisa Rücker. Beide haben viel Erfahrung mit Frauenpolitik. Beide haben bereits angekündigt, nur unter bestimmten Bedingungen das Amt zu übernehmen.

Angestellte Frauenbeauftragte

Ein Wunsch, den beide äußern: Eine politisch unabhängige Frauenbeauftragte, die Graz als erste Stadt Österreichs hatte und Schröck abschaffte, soll wieder installiert werden, "und zwar angestellt, nicht auf Honorarbasis", betont Kahr. Rücker will das Ressort auch für Fragen der Gendergleichstellung und Männerberatung, die auch im Bereich Gewaltprävention arbeitet, öffnen. "Ich möchte, dass der Verein für Männer und Geschlechterthemen da auch Platz hat", sagt sie dem STANDARD. Über das Budget müsse man vorher auch noch reden, so Rücker. Kahr will in der neuen Funktion als Vizebürgermeisterin dazu noch vor dem Sommer Gespräche mit Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) und Ehmann führen. Bisher gab es nur "Vorgespräche zum nächsten Budget der Stadt", sagt sie. Derzeit wird dieser seitens der Stadt vom Amt für Jugend und Familie und von der Schulverwaltung der Stadt gefördert. Eine neue Frauenstadträtin wird es vor September jedenfalls nicht geben. (Colette M. Schmidt, 28.6.2016)

  • Elke Kahr und Lisa Rücker sind beide bereit, stellen aber Bedingungen für das Frauenressort.  Beide haben auch viel frauenpolitische Erfahrung.
    foto: apa/scheriau

    Elke Kahr und Lisa Rücker sind beide bereit, stellen aber Bedingungen für das Frauenressort. Beide haben auch viel frauenpolitische Erfahrung.

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