42-Jähriger in Graz wegen versuchten Mordes an Exfrau vor Gericht

28. Juni 2016, 20:19
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Angeklagter will die Frau nur bedroht haben – Sohn ging bei Messerattacke dazwischen

Graz – Ein irakischer Asylwerber ist am Dienstag wegen Mordversuchs, Vergewaltigung, schwerer Nötigung, gefährlicher Drohung und Körperverletzung in Graz vor einem Geschworenengericht (Vorsitz: Michaela Lapanje) gestanden. Opfer seiner Taten soll in erster Linie seine Exfrau gewesen sein, die sich von ihm wegen seiner Gewalttätigkeiten trennte. Der Beschuldigte war nur zu den Drohungen geständig.

Die Ehe zwischen dem 42-Jährigen und seiner Frau war 1999 arrangiert worden, laut Ankläger betrachtete er sie stets als seinen "Besitz". In den folgenden Jahren soll der Iraker seine Ehefrau geschlagen, vergewaltigt und immer wieder bedroht haben. 2012 hatte sie genug und flüchtete mit den beiden Kindern in die Türkei, wo sie sich scheiden ließ. Er fand sie, fuhr mit der Tochter nach Österreich und zwang seine Frau auf diese Weise, nachzukommen, andernfalls würde sie das Mädchen nie wieder sehen.

Angriff mit Küchenmesser

Im August vergangenen Jahres eskalierte ein Streit in der Wohnung in Graz. Der Mann soll mit einem Küchenmesser auf die Frau losgegangen sein und Anstalten gemacht haben, sie in den Hals zu schneiden. Der damals 15-jährige Sohn ging dazwischen, das achtjährige Mädchen rannte auf den Balkon. Die Mutter flüchtete schließlich mit den Kindern und ging zur Polizei, der Mann wurde festgenommen.

Der 42-Jährige erklärte, das sei alles nur ein Racheakt seiner Exfrau, weil er seit 20 Jahren eine Geliebte habe. Er habe sie noch nie geschlagen und schon gar nicht vergewaltigt oder bedroht. Sie hätten gemeinsam den Entschluss gefasst, zuerst in die Türkei und dann nach Österreich zu gehen. Lediglich einige Drohungen gab er zu. Laut Sachverständigen liegt bei dem Angeklagten eine Störung der Impulskontrolle vor, die zu einer seelischen und geistigen Abartigkeit höheren Grades führe. Am Abend wurde der Mann wegen versuchten Mordes zu 18 Jahren Haft und einer Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, da der Beschuldigte Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung ankündigte. (APA, 28.6.2016)

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