Moody's senkt auch Rating für Stadt Wien, Asfinag und ÖBB

28. Juni 2016, 10:40
3 Postings

Nachdem die Republik Österreich am Freitag ihr letztes Triple-A verloren hat, führt die Ratingagentur Moody's weitere Herabstufungen durch

Wien/St. Pölten/Klagenfurt – Im Gefolge der Abstufung der Republik Österreich am vergangenen Freitag vom Toprating "AAA" auf nunmehr "Aa1" hat die US-Ratingagentur Moody's am Montag weitere Herabstufungen getätigt. Auch die Stadt Wien, die Asfinag, die ÖBB-Infrastruktur AG und die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) liegen nun nur mehr bei "Aa1". Allesamt haben wie die Republik einen stabilen Ausblick.

Begründung ist in allen Fällen die vorangegangene Abstufung der Republik. Etwa bei Wien begründet Moody's mit einer starken makroökonomischen, fiskalen und institutionellen Verbindungen zwischen Stadt und Bund. Das Rating des Landes Niederösterreich wurde aus dem selben Grund wie bei Wien mit "Aa1" bestätigt.

Die Bewertung von "Aa1" bedeutet bei Moody's eine sichere Anlage mit einem so gut wie vernachlässigbaren Ausfallrisiko, das aber etwas schwieriger einzuschätzen ist.

Ausblick für St. Pölten stabil

Der Ausblick für St. Pölten, der bisher bei negativ lag, wurde aber von negativ auf stabil angehoben. Somit liegen Wien und Niederösterreich wie auch die staatsnahen Firmen genau auf dem Niveau der Republik.

Der Grund für den verbesserten Ausblick Niederösterreichs ist, dass Moody's davon ausgeht, dass Niederösterreich – durch den sich abzeichnenden außergerichtlichen Vergleich für von Kärnten landesbehaftete Heta-Schulden – nicht so schlimm von der Abwicklung der früheren Hypo Alpe Adria betroffen sein wird, wie dies hätte der Fall sein sein können. Die Hypo Niederösterreich, die zur Gänze dem Land gehört, hat bei der Heta schließlich hunderte Millionen Euro im Feuer.

Rating für Geldhäuser bestätigt

Die selbe sich abzeichnende, wenn auch noch nicht endgültig fixierte Lösung für die Heta-Problematik hat auch dem Land Kärnten einen Mini-Lichtblick bei seiner Bewertung von Moody's gebracht. Das südlichste Bundesland liegt zwar mit "B3" weiter im hochspekulativen Bereich beinahe auf Ramschniveau. Die Ratingagentur hat gestern aber den Ausblick von negativ auf developing, also aufkommend, geändert.

Ebenso am Montag hat Moody's Bewertungen von acht Geldhäuser der Raiffeisengruppe ("Aa1") bekannt gegeben und auf bisherigem Niveau bestätigt. Für die Bank Austria ( "Baa2") wurde – wegen des Sparprogramms samt Stellenabbaues – eine Aufstufung in den kommenden Monaten in Aussicht gestellt. (APA, 28.6.2016)

Share if you care.