Überreste einer indo-griechischen Stadt in Pakistan ausgegraben

27. Juni 2016, 14:26
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Münzen, Waffen, Töpferwaren und Reste von Verteidigungsmauern in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa entdeckt

Islamabad – Archäologen haben im Nordwesten Pakistans Überreste einer indo-griechischen Stadt gefunden. Jahrelange Ausgrabungen hätten Münzen, Waffen und Töpferwaren im Swat-Tal in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa zutage gefördert, berichtete der Archäologe Niaz Shah am Montag. Die Artefakte stammen aus dem 4. bis 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung.

Basierend auf den Funden und historischen Referenzen gehe das italienisch-pakistanische Expertenteam davon aus, "dass Griechen hier als eine Gemeinschaft lebten". Der pakistanischen Zeitung "Dawn" zufolge ist das bei Barikot gefundene Töpfergut aus der antiken Gegend Baktrien (heute großteils Nordafghanistan) sowie aus dem Mittelmeerraum importiert worden.

Alexanders Armee

Laut Shah spricht der Fund von Verteidigungsmauern und Waffenlagern dafür, dass die Griechen Teil der Armee Alexanders des Großen waren. Später sei in der Stadt die griechische mit einer indischen Zivilisation verschmolzen, als die ersten buddhistischen Gemeinden in die Gegend zogen, so Shah.

Der makedonische König und Eroberer Alexander hatte im vierten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung sein Reich bis an den indischen Subkontinent ausgedehnt. Shah zufolge verstehen sich die Kalasha, eine Ethnie im pakistanischen Hindukuschgebiet, auch als Nachfahren der Soldaten Alexanders. Die Ausgrabungsstätte im Swat-Tal sei aber die erste derartige Entdeckung. "Es gab Spuren einer griechischen Zivilisation auf Alexanders Weg nach Indien", so der Forscher. "Aber das ist die erste geplante Stadt, die wir bislang kennen." (APA, red, 27. 6. 2016)

  • Münzen aus der Fundstätte bei Barikot.
    foto: italian archaeological mission in swat

    Münzen aus der Fundstätte bei Barikot.

  • Artikelbild
    foto: talian archaeological mission in swat
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