Fimbag beendet Tätigkeit wie geplant per 30. Juni 2016

27. Juni 2016, 13:04
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Verbliebene Aufgaben an Finanzministerium und Abbaumanagementgesellschaft des Bundes übertragen

Wien – Die staatliche Bankenholding Fimbag wird wie geplant mit 30. Juni 2016 aufgelöst. Die verbleibenden Aufgaben wurden an das Finanzministerium und die Abbaumanagementgesellschaft des Bundes übertragen, teilte die Fimbag am Montag mit. Zum Liquidator ab 1. Juli wurde der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Walter Knirsch bestellt.

"Die Fimbag hat in ihrer Funktion als Treuhänderin des Bundes und im Rahmen ihrer Vollmachten maßgeblich zu einer Minimierung der Auswirkungen der internationalen Finanzkrise auf das österreichische Bankwesen beigetragen", sagte Fimbag-Aufsichtsratschef Hannes Androsch laut Aussendung. "Der Aufsichtsrat dankt dem Team unter Führung der Vorstände Klaus Liebscher und Adolf Wala für die professionelle, verantwortungsvolle und kostenbewusste Bewältigung der großen Herausforderungen."

Die Finanzmarktbeteiligung Aktiengesellschaft des Bundes war im Jahre 2008, am Höhepunkt der Finanzkrise, als Tochtergesellschaft der damaligen Staatsholding ÖIAG (heute ÖBIB) gegründet worden, um negativen Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise auf österreichische Banken vorzubeugen. Anfang November 2015 beschloss dann die Regierung auf Vorschlag des Fimbag-Vorstands und des Aufsichtsrates die Auflösung der Bankenholding per Ende Juni 2016 – für Fimbag-Chef Liebscher damals ein "logischer" Schritt, da sich die Aufgaben der Fimbag deutlich reduziert hätten, sie "weitestgehend alles erfüllt" habe.

Aufgaben

Aufgabe der Fimbag war es, als Treuhänderin des Bundes für von der Republik Österreich übernommenes Partizipations- und Aktienkapital zu einer zweckentsprechenden und kontrollierten Rekapitalisierung heimischer Banken beizutragen. Als Höchststand hatte sie von fünf Banken begebene Partizipationsscheine mit einem Gesamt-Nennwert von 5,4 Mrd. Euro in ihrem Treuhandbestand. Davon haben drei Banken – BAWAG P.S.K., Erste Group, Raiffeisen Zentralbank/Raiffeisen Bank International – insgesamt 3,5 Mrd. zur Gänze an den Staat zurückgezahlt und die vereinbarten Dividenden bezahlt. In zwei Fällen – Hypo Alpe-Adria-Bank International AG, Österreichische Volksbanken-AG – musste das Partizipationskapital für Kapitalherabsetzungen zur Verlustabdeckung herangezogen werden. Die Fimbag war auch maßgeblich bei der Privatisierung der Hypo Group Alpe-Adria (der Hypo-Südosteuropabank) und federführend bei der Privatisierung eines Teilbetriebs der Kommunalkredit Austria AG beteiligt.

Einschließlich der beiden Vorstandsmitglieder Klaus Liebscher und Adolf Wala waren in den letzten Jahren neun Personen beschäftigt. (APA, 27.6.2016)

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