Elf Festnahmen nach Einbrüchen mit 710.000 Euro Schaden

27. Juni 2016, 12:41
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Die Ermittler hoben drei Banden aus. Sie sollen 86 Straftaten in Niederösterreich, Salzburg, dem Burgenland und der Steiermark begangen haben

St. Pölten – Die drei Einbrecherbanden, die laut niederösterreichischer Polizei rund 710.000 Euro Gesamtschaden verursacht haben, sind den Beamten durch Fahrzeugkontrollen und nach dem Hinweis eines Anrainers ins Netz gegangen. Vier Mitglieder einer rumänischen Gruppe wurden kurz vor der Ausreise über Nickelsdorf nach Ungarn vom Einsatzkommando Cobra festgenommen. Im Kofferraum wurde ein Plastiksack mit Goldschmuck entdeckt.

Ein Spaziergänger hatte sich im Bezirk Neunkirchen das Wiener Kennzeichen eines verdächtigen Fahrzeuges notiert. Wenig später wurde bei seinem Nachbarn eingebrochen. Der Wagen war auf ein in Wien wohnendes Ehepaar rumänischer Herkunft zugelassen. Nach einer Observation wurden im März vier Beschuldigte – eine Frau (25) und drei Männer zwischen 20 und 24 Jahren – bei einer Tankstelle nahe der Grenze festgenommen, berichtete Johann Götz vom Landeskriminalamt Niederösterreich bei einer Pressekonferenz am Montag in St. Pölten.

Bei der Durchsuchung an den Wohnadressen der Verdächtigen und in einem Hotelzimmer in Wien wurde weitere Beute entdeckt. Ein mutmaßlicher Mittäter (27), ebenfalls aus Rumänien, wurde im Mai mit Unterstützung der Cobra in Wien festgenommen. Auf das Konto der Bande gehen 27 Einbrüche in Wohnhäuser und Firmen in Niederösterreich zwischen 14. Jänner und 19. März.

Teure Uhren und ein Goldbarren

Die Beute – vor allem hochpreisige Uhren, einen Goldbarren, Laptops und Bargeld – im Wert von fast 280.000 Euro soll die Bande großteils nach Rumänien gebracht und an Hehler weiterverkauft haben, wobei die 25-Jährige mitwirkte. Die Männer sollen die Einbrüche verübt haben, bei denen zusätzlich 50.000 Euro Sachschaden entstand.

Bargeld, Laptops, Beamer und Handys im Wert von rund 130.000 Euro nahm eine slowakische Gruppe bei 47 Einbrüchen und zwei Diebstählen in Niederösterreich, im burgenländischen Bezirk Neusiedl am See und im Bezirk Zell am See in Salzburg mit. Nach einer Einbruchserie in Schulen und Kindergärten wurde ein 42-Jähriger bei einer versuchten Straftat im Bezirk Mistelbach festgenommen und in der Justizanstalt Wiener Neustadt inhaftiert.

Sein Komplize flüchtete, im Wagen wurde jedoch ein Ausweis des 30-Jährigen gefunden. Er wurde im April bei einer Fahrzeugkontrolle festgenommen und sitzt in St. Pölten in Haft. Die beiden Beschuldigten sind teilweise geständig, mit einem bisher unbekannten Täter vom 19. Juni 2015 bis 11. April 2016 gewerbsmäßig in Schulen, Kindergärten und Vereinshäuser eingebrochen zu haben. Der Gesamtschaden beträgt 280.000 Euro.

Verdecktes Kennzeichen

Ein mit schwarzer Plastikfolie verdecktes Kennzeichen wurde einer sechsköpfigen Tätergruppe aus Ungarn "zum Verhängnis". Bei einer nächtlichen Fahrzeugkontrolle in Oberösterreich Ende Dezember 2015 flüchteten die drei Insassen. Zwei Jugendliche (14 und 16) wurden am folgenden Vormittag im Wald geschnappt, der Haupttäter (32) wenige Tage später. Ein weiterer Verdächtiger (24) wurde im April in Oberösterreich festgenommen, zwei Beschuldigte (34 und 36) wurden in Ungarn verhaftet und im Mai nach Österreich ausgeliefert.

Die Bande erbeutete bei Blitzeinbrüchen in Firmen in Niederösterreich, Burgenland (Bezirk Oberwart) und der Steiermark (Bezirk Murtal) Motorsägen und Rasenmäher-Roboter im Wert von mehr als 80.000 Euro. Dabei schlugen sie die Auslagen- oder Türscheiben ein und stahlen die Geräte aus den Verkaufsräumen. Den Schaden bei acht vollendeten und zwei versuchten Einbruchsdiebstählen von 29. September 2015 bis Jahresende bezifferte die Polizei mit 100.000 Euro. Die vier erwachsenen Beschuldigten sitzen in St. Pölten in Haft, sie sind teilweise geständig. (APA, 27.6.2016)

  • Ein Teil der Beute.
    foto: apa/lpd nö

    Ein Teil der Beute.

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