"Super Mario Bros.": Der Trick, der das Tor zu hunderten geheimen Levels öffnet

27. Juni 2016, 11:09
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Mehr als drei Jahrzehnte alt, begeistern Super Marios verborgene Welten immer noch

Vor 31 Jahren (!) erschien "Super Mario Bros." auf dem Nintendo-Entertainment-System – auf einer klobigen Cartridge mit rückblickend lächerlicher Speichergröße. Genug jedoch, um der Welt den sprungkräftigsten aller Installateure reichlich knuffige Widersacher und rund 30 fordernde Levels für dutzende Stunden Spielspaß zu bescheren.

Doch um nicht nur den Mythos ums Nachrichtensommerloch zu befeuern, sondern auch eine enorme Wissenslücke bei Millionen von Fans zu stopfen, graben Medienleute alle paar Jahre Funfacts zum der populärsten Game-Charakter aller Zeiten aus. In diesem Fall den Trick, der die Tür zu hunderten geheimen Levels in "Super Mario Bros." öffnet.

Der Trick für jedermann

Um die Generation Y gleich vorweg zu enttäuschen: Der vermeintliche "Hack" zu Nintendos verschollenen Schätzen lässt sich nicht über das Internet bewerkstelligen. Stattdessen benötigt man einen NES und eine originale Cartridge des Spiels. Damit kann man dann beispielsweise über einen unsichtbaren Durchgang im zweiten Level der ersten Welt in das Geheimlevel -1 gelangen.

Dieses Unterwasserlevel, bekannt als Minus World, lässt sich noch über weitere Glitches im System erreichen. Egal, wie man hingelangt, das Ergebnis ist immer das Gleiche und hat einen Haken: Man kann das Level nicht beenden. Am Ende wird man immer wieder an den Anfang des Levels gesetzt. Um auszusteigen, muss man alle Leben verlieren oder die Konsole neu starten.

Der Trick für Fortgeschrittene

Daneben finden sich auf der Cartridge allerdings noch hunderte weitere sogenannte Glitch-Levels. Für den Zugang in diese "Unterwelten" benötigt man in der programmierfreien Variante neben dem Cartridgespiel eine Top-Loader-Version des japanischen NES-Systems names Famicom sowie auch das Spiel "Tennis". Der Haken diesmal: Wenn man Pech hat, geht bei dem Versuch das System kaputt.

Die mittlerweile eingestellte Seite Gametrailers ging dem Mythos bereits vor ein paar Jahren auf den Grund und konnte das Experiment erfolgreich nachvollziehen.

gametrailers
In dem Video gehen die Tüftler auch auf einen alternativen Weg über ein heute noch schwieriger zu erlangendes Family-Basic-Programm von Nintendo inklusive Family-Computer-Zubehör ein.

Minuswelten

Wer sich traut, muss an einer beliebigen Stelle im "Super Mario Bros."-Level 1-1 die Cartridge herausziehen und diese mit der "Tennis"-Cartridge ersetzen. Drückt man nun Reset, startet das Tennisspiel. Nach einer Minute einer Singleplayer-Partie tauscht man die "Tennis"-Cartridge wieder mit jener von "Super Mario Bros." aus und drückt erneut Reset.

Sobald das Spiel nun startet, lädt es automatisch eines dieser scheinbar halbfertigen, zusammengestückelten Kreationen. Diese funktionieren zwar, doch passen oft Gegnertypen und Themes nicht zusammen oder es fehlen bestimmte Elemente. Kein Wunder, handelt es sich hierbei schließlich nicht um absichtlich kreierte und tatsächlich von den Schöpfern versteckte Levels, sondern um fehlerhaft ausgelesene Informationen aus dem Speicher, die zu surrealen Kunstwerken zusammengestückelt werden. Keine echte Schatzkammer also, dafür erhält man einen Einblick in ein Stück Videospielgeschichte, das eigentlich nie gelüftet werden sollte. (zw, 27.6.2016)

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    foto: nintendo

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  • Der NES hieß in Japan Famicom (Family Computer).
    foto: nintendo

    Der NES hieß in Japan Famicom (Family Computer).

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