Will Grigg's Farewell

26. Juni 2016, 18:34
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Nordire wurde viel besungen, durfte bei der EURO in Frankreich aber nicht spielen

Paris – Will Grigg schlich traurig zum Teambus. Der Nordire wirkte nicht wie ein EM-Star. "Ich habe hier keine Minute gespielt, die Enttäuschung ist riesig", sagte der 24-Jährige nach dem Achtelfinal-Aus gegen Wales (0:1). Erst bei der Frage nach "seinem" Kulthit entwischte ihm ein Lächeln. "Die Fans waren unglaublich. Das werde ich nie vergessen."

Verrückt war es schon: Drei Wochen lang war Grigg dank des Ohrwurms Will Grigg's on fire in aller Munde. In U-Bahnen, Bars und sogar auf dem Eiffelturm wurde der Hit gegrölt, in den Stadien sowieso. Dabei saß der Torjäger, der Wigan Athletic mit 25 Treffern zur Drittliga-Meisterschaft in England geschossen hatte, in allen vier Spielen auf der Bank. Jetzt, nach 360 für Grigg quälend langen Minuten, ist das Feuer erloschen.

Nicht einmal nach dem späten 0:1 (75.) per Eigentor von Gareth McAuley, als Nordirland nichts mehr zu verlieren hatte, kam er.

"Um ehrlich zu sein: Will war als Stürmer bei uns nur vierte Wahl. Ich stelle meine Mannschaft nicht nach den Wünschen der Fans auf", sagte Nordirlands Teamchef Michael O'Neill. Sogar in der Pause hatten die Anhänger zehn Minuten lang den EM-Hit gesungen, obwohl der Stadion-DJ erbarmungslos laute Bässe dagegenhielt. Es half nichts. "Es tut mir leid für ihn, aber er hat eine großartige Zukunft vor sich", sagte O'Neill. Urheber des inzwischen ziemlich berühmten Songs ist Wigan-Fan Sean Kennedy. "Ich habe Sean oft getroffen, ein großartiger Typ", sagte Grigg.

Jetzt freut er sich auf ein wenig Ruhe – und Fußball vor dem Fernseher. "Ich werde irgendwo das Finale schauen", sagte er: "Vielleicht spielen sie dort ja den Song. Das wäre großartig." (sid, red, 26.6.2016)

  • Will Grigg, Nordirlands besungener Bankdrücker.
    foto: imago/pressefoto baumann

    Will Grigg, Nordirlands besungener Bankdrücker.

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