Mehrere Fälle sexueller Belästigung in Oberösterreich und Wien

26. Juni 2016, 13:30
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29-Jähriger griff Schüler in den Intimbereich – 15-Jährige im Freibad begrapscht – 16-Jährige auf Toilette beobachtet – Verdacht des Einsatzes von K.O.-Tropfen am Donauinselfest nicht bestätigt

Eferding/Haid/Enns/Wien – Mehrere Kinder und Jugendliche sind am Samstag in Freibädern zum Ziel von Sextätern geworden. In Eferding soll ein 29-Jähriger vier Schülern in einem Freibad in den Intimbereich gegriffen haben. Im Bezirk Linz-Land belästigte ein junger Mann eine 15-Jährige beim Baden. In einer öffentlichen Toilette wurden zwei 16-Jährige Opfer eines Voyeurs, teilte die Polizei mit.

Der 29-jährige Asylwerber soll sich im Eferdinger Freibad den drei Mädchen und einem Buben im Alter von zehn bis 14 Jahren von hinten genähert haben. Eines der Mädchen ging darauf sofort zum Badewart, der gleich darauf die Polizei verständigte. Der Afghane wurde angezeigt.

Im Sprudelbereich des Freibades Haid bedrängte ein 18-Jähriger eine 15-Jährige. Die Schülerin wurde von dem Rumänen betatscht. Er hörte trotz mehrmaliger Aufforderungen des Mädchens nicht damit auf. Erst als ihr eine Freundin zu Hilfe kam, ließ er von ihr ab. Die 15-Jährige informierte umgehend den Bademeister, der sofort die Polizei rief. Der junge Mann wurde ebenfalls angezeigt.

Noch keine Spur hat die Polizei zu einem Voyeur in Enns. Er hatte dort am Freitagabend zwei Schülerinnen in einer öffentlichen Toilette beobachtet. Der Mann dürfte sich bereits zuvor in einer Kabine eingeschlossen haben. Als die beiden 16-Jährigen die daneben liegenden Toiletten benutzten, blickte er unter den Trennwänden durch. Laut den beiden Schülerinnen soll der Voyeur etwa 50 Jahre alt und von südländischem Aussehen sein. Er hatte kurzes, dichtes und ungekämmtes, schwarzgraues Haar. Hinweise wurden an die Polizeiinspektion Enns unter 059 133-4132 erbeten.

Verdacht des Einsatzes von K.O.-Tropfen nicht bestätigt

Auch in Wien ist es am Samstag zu einem Fall schwerer sexueller Belästigung Jugendlicher gekommen. Zwei 15-jährige Mädchen sind am Abend am Donauinselfest von zwei 20-jährigen Männern massiv bedrängt worden.

Die Täter wurden zunächst unter dem Verdacht der versuchten Vergewaltigung festgenommen. Am Sonntag bestätigte sich dieser Verdacht offenbar nicht, die Beschuldigten wurden auf freien Fuß gesetzt, auf sie kommt ein Verfahren wegen sexueller Belästigung zu.

Die ursprüngliche Annahme, dass zumindest einer der beiden 15-Jährigen K.O.-Tropfen verabreicht wurden, hat sich nicht bestätigt. Nach Angaben von Karlheinz Ruisz von der Wiener Polizei waren die Mädchen in beträchtlichem Ausmaß alkoholisiert.

Die Mädchen hatten kurz vor 22.30 Uhr am Ufer der Donauinsel bei der Brigittenauer Brücke Cola getrunken, als sie von den ihnen unbekannten Männern angesprochen und belästigt wurden. Die 15-Jährigen machten den beiden laut Polizeisprecher Thomas Keiblinger unter anderen mit den Worten "Ihr macht mir Angst" und "Geht's weiter!" mehrmals deutlich, dass sie in Ruhe gelassen werden wollten.

Die jungen Männer blieben jedoch bei den Mädchen und boten ihnen Orangensaft an. Zumindest eine der 15-Jährigen dürfte davon getrunken haben, weil sie hoffte, das lästige Duo dann loszuwerden. Das Mädchen wurde vorübergehend bewusstlos und daraufhin laut Polizei "massiv sexuell belästigt". Da ihr die Männer auch unter die Kleidung gegriffen haben könnten, sei eine versuchte Vergewaltigung angezeigt worden.

Die andere 15-Jährige rief mit dem Telefon einen in der Nähe wohnenden Freund zu Hilfe. Der 17-Jährige wollte einschreiten, wurde von den Tätern aber verbal bedroht. Der Bursche informierte einen Feuerwehrmann und Polizisten, die das Mädchen befreiten. (APA, 26.6.2016 )

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