"Spoiled.io": Wie ein Online-Service "Game of Thrones" zerstört

26. Juni 2016, 09:44
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Ungeliebte Empfänger erhalten SMS mit neuesten Entwicklungen der Serie

Die Kult-Serie "Game of Thrones" nähert sich im Eiltempo dem Finale der sechsten Staffel, das demnächst als extra-lange Folge von HBO ausgestrahlt werden wird. Nach den ohnehin dramatischen Ereignissen der vergangenen Folgen soll diese 69 Minuten lange Ausgabe noch einmal eines drauf setzen und eine Vorlage für die Fortsetzung im Jahr 2017 schaffen.

In weiten Teilen hat die Serie die Buchvorlage "A Song of Ice and Fire" von George R. R. Martin bereits überholt. Und auch wenn sie sich in einigen Belangen nicht immer an die Geschichte hält, bedeutet dies, dass die TV-Inhalte nun auch für die Leser des Fantasy-Epos Überraschungen bereit halten. Ein Faktum, das sich ein Online-Dienst namens Spoiled.io zunutze macht. Er bietet die Möglichkeit, speziellen "Freunden" die Serie zu "zerstören".

SMS verraten Handlung

Und das geht wie folgt: Wer ein Opfer auserwählt hat, gibt dort dessen Telefonnummer ein und bezahlt einen Dollar. Der Service wird zwar aus den USA betrieben, unterstützt aber mittlerweile auch internationale Nummern. Anschließend beginnt der Dienst bis zum Ende der laufenden Staffel das zu tun, was der Name verspricht: Spoilern.

Unmittelbar nach dem Ende einer neuen Folge "Game of Thrones" erhält der gewählte Rezipient SMS, die wichtige Ereignisse verraten. Er plaudert etwa aus, welche Charaktere sterben oder doch nicht tot ist und welche anderen wichtigen Wendungen sich ereignen. Besonders effektiv ist der Service also gegen Fans, die die Serie erst nach der Erstausstrahlung sehen. Wer den Versand initiiert hat, bleibt dem Empfänger unbekannt.

Inspiriert von Trennungsgeschichte

Nach eigenen Angaben hat sich der Macher von Spoiled.io von einer Rachegeschichte inspirieren lassen. Nach einer Trennung im Schlechten soll eine wütende Ex-Freundin ihrem einstigen Partner jede Woche das Serienerlebnis auf diesem Wege madig machen, berichtet Esquire.

Wer nun bereits die Kreditkarte zückt, um seinen "Lieblingsfreunden" eins auszuwischen, sollte allerdings gewarnt sein. In Österreich könnte Spoiled.io in Konflikt mit geltenden Gesetzen gegen den Empfang unerwünschter Werbung stehen. Generell ist der Versand von Werbung per SMS nur dann erlaubt, wenn ein Rezipient im Vorfeld dazu eingewilligt hat. Doch selbst, wenn man die Spoilernachrichten nicht als Werbung klassifiziert, ist laut RTR bei "Massensendungen" – SMS an 50 oder mehr Empfänger – zuvor die Zustimmung einzuholen.

Nach dem Ende der aktuellen "Game of Thrones"-Staffel soll es beim Spoilerdienst eine Umfrage geben, schreibt Business Insider. User können dann entscheiden, für welche Serie der Dienst angeboten werden soll, während die Westeros-Saga eine achtmonatige Pause einlegt. (gpi, 26.06.2016)

  • Wer stirbt und wer nicht – Spoiled.io nimmt sich kein Blatt vor den Mund.
    foto: hb

    Wer stirbt und wer nicht – Spoiled.io nimmt sich kein Blatt vor den Mund.

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