Straßen- und Bahnsperren nach Unwetter in Österreich

26. Juni 2016, 08:23
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Straßensperren in Kärnten, Verspätungen auf der Westbahn – Feuerwehreinsätze in mehreren Bundesländern

Wien – Aufgrund von starken Unwettern ist es am Samstagabend und in der Nacht auf Sonntag in mehreren Bundesländern zu vermehrten Feuerwehreinsätzen gekommen. In Kärnten wurden Straßen gesperrt. Aber auch in Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, der Steiermark, dem Burgenland oder Wien mussten die Einsatzkräfte wegen Überschwemmungen oder Sturmschäden ausrücken, wie der Ö3-Verkehrsdienst meldete.

In Salzburg war die Tauernautobahn (A10) im Bereich Knoten Ennstal am Sonntag unpassierbar. Die Abfahrtsrampe eins Fahrtrichtung Altenmarkt musste zuerst wegen Überflutung gesperrt werden. Als sie später wieder freigegeben wurde, blockierte eine Mure das gleiche Teilstück auf einer Länge von 30 Metern, berichtete die Polizei in einer Aussendung.

Die Abfahrt wurde wieder gesperrt und der Verkehr über die Ausfahrt Flachau umgeleitet. Aufgrund des aufgeweichten Erdreichs war nicht auszuschließen, dass weitere Muren folgen würden. Die A10 blieb im Bereich der Autobahnabfahrt Ennstal vorerst gesperrt. Durch die Überflutung und Vermurung wurde niemand verletzt. Die Verkehrsbehinderungen blieben aufgrund des mäßigen Verkehrsaufkommens gering, berichtete die Polizei.

Westbahnstrecke gesperrt

Auf der Westbahnstrecke gab es laut Augenzeugen wegen überfluteter Gleisanlagen in Oberösterreich erhebliche Verspätungen im Bahnverkehr. Im gesamten Bundesland gingen bis 23.00 Uhr hunderte Meldungen in der Landesfeuerwehrzentrale ein, fast 500 Schadensfälle wurden gezählt. Großflächig kam es zu Stromausfällen – weshalb man zu Hochzeitsfeiern und Festen sogar mit Notstromgeräten ausrücken musste, so das Landesfeuerwehrkommando in einer Presseaussendung.

Neben den Einsätzen über Notruf wurden die Kameraden noch bei hunderten Einsätzen benötigt, die ohne Alarm den Hilfskräften direkt vor Ort gemeldet wurden. Die Bezirke Rohrbach, Schärding, Wels-Land und das Salzkammergut waren am meisten betroffen. Überschwemmte oder vermurte Straßen, umgestürzte Bäume und überflutete Keller durch übergelaufene Bäche bildeten das Hauptspektrum der Einsätze in dieser Nacht. Es kam auch zu einigen Fehlalarmen: Anrufer hielten die zu dieser Zeit üblichen Sonnwendfeiern für Waldbrände, die von Blitzeinschlägen verursacht wären.

Allein im Bezirk Schärding waren 500 Mann im Einsatz. Bei einer Veranstaltung musste der Parkplatz evakuiert werden. In der Gemeinde Freinberg stürzte ein Baum auf ein Auto. Über Verletzte war nichts bekannt. Eine Sturmböe entwurzelte auch in Wels einen Baum. Dieser fiel auf ein Einfamilienhaus. Der etwa 15 Meter hohe Baum drohte beim Eintreffen der Feuerwehr weiter umzustürzen. Mit einem Kettengehänge wurde der Baum an einer Drehleiter fixiert, ehe man ihn mit einem Kranfahrzeug aufrichten konnte. Mit einer Kettensäge konnte er dann gefahrlos gefällt werden. Auch bei diesem Zwischenfall wurden keine Personen verletzt. Mehrere umgestürzte Bäume blockierten im Welser Stadtgebiet Verkehrswege. Ebenso mussten dort absturzgefährdete Äste abgeschnitten werden.

Brand nach Blitzeinschlag in Steiermark

In Teilen der Steiermark kam es zu kleinräumigen Überschwemmungen und Murenabgängen, die für überflutete Keller gesorgt haben. Zudem wurde ein Brand nach einem Blitzschlag gemeldet. Dies teilten die Landespolizeidirektion und Feuerwehren am Sonntag mit. Die Aufräumarbeiten waren am Sonntag zum Teil noch im Gange.

In den Nachmittagsstunden des Samstags ging im Raum Winklern-Oberwölz (Bezirk Murau) ein schweres Unwetter mit Starkregen und massivem Hagelschlag nieder. Die Hagelkörner hatten der Feuerwehr zufolge bis zu zwei Zentimeter Durchmesser. Überschwemmte Wiesen und Straßen, abgegangene Muren, vor allem im Bereich Sonnleiten, waren die Folge. In der Siedlung Untere Schütt und in Mainhartsdorf mussten mehrere Keller ausgepumpt beziehungsweise vom angeschwemmten Hagel befreit werden. Die Feuerwehren Oberwölz, Niederwölz und St. Peter am Kammersberg waren mit 80 Mann und acht Fahrzeugen mehrere Stunden im Einsatz, um verstopfte Durchlässe, überschwemmte Keller und Garagen freizulegen respektive auszupumpen.

In der Weststeiermark entluden sich am Nachmittag ebenfalls heftige Gewitter über den Gemeinden im Pack- und Koralmgebiet. In der obersteirischen Bezirkshauptstadt Bruck/Mur und Umgebung standen einige Keller vollkommen unter Wasser. In der Nacht waren in der oberen Oststeiermark die Bereiche Vorau und Wenigzell (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) von kleineren Überflutungen betroffen, mehrere Feuerwehren standen im Einsatz.

In Ratschendorf (Bezirk Südoststeiermark) schlug gegen 19.15 Uhr vermutlich ein Blitz in den Dachstuhl eines Einfamilienhauses ein, der darauffolgende Brand konnte von der Feuerwehr gelöscht werden. Personen oder Tiere kamen nicht zu Schaden, die Höhe des Sachschadens war noch nicht abschätzbar, so die Polizei.

Straßensperren in Kärnten

Im Kärntner Pöllatal (Gemeinde Rennweg/Katschberg im Bezirk Spittal/Drau) waren laut Polizei nach Murenabgängen rund 15 bis 20 Menschen eingeschlossen. Die betroffene Straße war in den Morgenstunden nicht befahrbar, hieß es in dem Bericht. Auch auf dem Gemeindegebiet von Krems in Kärnten kam es zu Straßensperren.

Im Burgenland waren die Bezirke Oberwart und Neusiedl am See besonders betroffen. 15 Feuerwehren aus beiden Bezirken mussten zu zahlreichen Einsätzen ausrücken, teilte die Landessicherheitszentrale der APA mit. In den Abendstunden kam es in Pinkafeld (Bezirk Oberwart) zu einem heftigen Unwetter mit Starkregen und Sturmböen, berichtete die dortige Stadtfeuerwehr. Keller und Straßen wurden überflutet, und mehrere Bäume knickten um. Ein Baum stürzte in einem Garten auf das Garagendach des Nachbarn. Verletzt wurde niemand. Kurz nach Mitternacht verlagerte sich der Schwerpunkt der Unwetter auf den Bezirk Neusiedl am See. Auch hier kam es zu kleinräumigen Überschwemmungen und Sturmschäden, berichtete die Landessicherheitszentrale.

In Wien musste die Feuerwehr zwischen 1.30 Uhr und 6.00 Uhr rund 100-mal wegen des Unwetters ausrücken, berichtete ein Pressesprecher. Zu größeren Schäden kam es demnach in der Bundeshauptstadt nicht. "Wir mussten abgeknickte Äste und umgewehte Baustellengitter entfernen, außerdem gab es Auspumpeinsätze im kleineren Umfang", sagte der Sprecher. Der zweite Tag des Donauinselfests sei zu Beginn der Gewitter schon vorbei gewesen. In der Früh beruhigte sich die Lage wieder.

In der neuen Arbeitswoche wird das Wetter in Österreich unbeständig bleiben. Im Lauf der kommenden Tage setzt sich aber recht bald wieder ein Hochdruckeinfluss durch. Nach zunächst bis zu 24 Grad am Montag sind laut Prognose der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) ab Mittwoch wieder Tageshöchstwerte von mehr als 30 Grad zu erwarten. (APA, 26.6.2016)

  • Überschwemmungen im Raum Winklern-Oberwölz in der Steiermark.
    foto: apa/bfv murau/horn

    Überschwemmungen im Raum Winklern-Oberwölz in der Steiermark.

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