Obama erklärt "Stonewall Inn" zu Nationaldenkmal

24. Juni 2016, 18:37
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Unruhen in der Christopher Street 1969 gelten als Beginn der LGBT-Emanzipationsbewegung

New York – US-Präsident Barack Obama hat die New Yorker Schwulen-Bar "Stonewall Inn" zu einem Nationaldenkmal erklärt. Die berühmte Bar werde das erstes Nationaldenkmal der USA sein, das die Geschichte des Kampfs für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern (LGBT) erzählt, sagte Obama in einem am Freitag vom Weißen Haus veröffentlichten Video.

Die Unruhen um die Bar in der Christopher Street im Jahr 1969 nach einer Polizeirazzia gelten als Beginn der Emanzipationsbewegung von Schwulen und Lesben.

"Damals galt es als obszön, illegal oder sogar geisteskrank, schwul, lesbisch, bisexuell oder transgender zu sein", sagte Obama. "Razzien wie diese waren nichts Neues, aber diesmal hatten die Besucher genug. Also erhoben sie sich und sagten ihre Meinung. Die Krawalle wurden zu Protesten, die Proteste wurden eine Bewegung und die Bewegung wurde letztendlich ein wesentlicher Teil Amerikas."

Obamas Schritt schützt auch den gegenüber der Bar liegenden Christopher Park im Greenwich Village, wo schon jetzt ein Denkmal an die Befreiung der LGBT-Gemeinde erinnert, sowie angrenzende Straßen. Das Video mit Obamas Ansprache, in dem auch Zeitzeugen zu Wort kommen, sollte am Samstagmittag (Ortszeit) auch auf den Werbetafeln am New Yorker Times Square abgespielt werden.

Das "Stonewall Inn"

Nach einer Polizeirazzia in der Schwulen-Bar "Stonewall Inn" in der New Yorker Christopher Street kam es dort 1969 zum Aufstand von Homosexuellen. Damals wehrten sich Schwule und Lesben erstmals gegen willkürliche Kontrollen und Schikanen. Sie errichteten Straßensperren, bewarfen Polizisten mit Gegenständen und skandierten "Gay Power".

Aus Angst vor aufgebrachten Demonstranten verbarrikadierten sich zeitweise mehrere Polizisten im Gebäude des "Stonewall Inn". Erst nach mehreren Stunden konnte eine Sondereinheit der Polizei die Lage unter Kontrolle bringen. Doch die Krawalle in der Christopher Street flammten in den folgenden Tagen immer wieder auf.

Die Unruhen um die Szene-Bar gelten als Initialzündung der internationalen Emanzipationsbewegung von Schwulen und Lesben. Zum ersten Jahrestag der Krawalle zogen etwa 4000 Homosexuelle durch New York und forderten Gleichberechtigung.

Heute erinnert der jährliche Christopher Street Day (CSD) an die Vorfälle. Er steht weltweit für das Selbstbewusstsein Homosexueller und ihren Widerstand gegen Diskriminierung. (APA, dpa, 24.6.2016)

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