Belgiens "goldene Generation" muss gegen Ungarn liefern

24. Juni 2016, 16:25
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Nainggolan: "Mit unserem Talent müssen wir mindestens ins Halbfinale" – Überraschungsteam Ungarn lebt sein Sommermärchen

Toulouse – Ungarn möchte seinen Sensationslauf am Sonntag (21.00 Uhr, Liveticker auf derStandard.at) im Fußball-EM-Achtelfinale fortsetzen. In Toulouse trifft der noch ungeschlagene Sieger der Österreich-Gruppe F auf die Belgier, die laut ihrem Tormann Thibaut Courtois "die Chance unseres Lebens" am Schopf packen wollen. "Das Tableau ist offen, wir treffen auf keine Top-Länder", meinte der Chelsea-Schlussmann.

Geht es also nach der "goldenen Generation" der Belgier, ist das ungarische Sommermärchen am Sonntagabend zu Ende erzählt. Das Scheitern wäre für den Weltranglistenzweiten eine herbe Enttäuschung. "Mit unserem Talent müssen wir mindestens ins Halbfinale kommen", tönte etwa Radja Nainggolan, euphorisiert von seinem Siegestor gegen Schweden (1:0).

Teamchef Marc Wilmots kommentierte die bisherige Leistung der Ungarn knapp, aber deutlich: "Die haben echt gut gespielt." Wirklich begeistern konnte er sich für den vermeintlich unattraktiven Gegner allerdings nicht. "Ehrlich gesagt spiele ich lieber gegen England oder Spanien."

Damit es dazu kommt, muss Belgien allerdings ins Finale kommen, befinden sich die beiden genannten Teams doch wie die anderen Topnationen Deutschland, Italien und Frankreich auf der anderen Tableau-Hälfte. "Jetzt beginnt ein komplett neues Turnier", so Wilmots, dessen "Rote Teufel" sich jedoch weiter steigern müssen, wollen sie die günstige Ausgangsposition auch nutzen.

Magyaren in der Gegenwart angekommen

Die Ungarn haben dagegen ihr Soll bereits jetzt übererfüllt. Bei der ersten EM-Teilnahme seit 44 Jahren hatte dem unerfahrenen Team kaum jemand das Erreichen der K.o.-Phase zugetraut. Das Team von Bernd Storck belehrte die Fußball-Welt jedoch eines Besseren. "Wir haben uns in jedem Spiel gesteigert, meine Mannschaft zeigt einfach eine sensationelle Leistung", so der deutsche Trainer, nachdem Ungarn beinahe die Portugiesen nach Hause geschickt hätte.

Vor der EM schwärmte man in Ungarn von längst vergangenen Zeiten. Aber "die jetzige Mannschaft hat sich hier auch Meriten erworben", sagte Storck. Sollte Belgien geschlagen werden. Denn im Viertelfinale wartet mit Wales oder Nordirland ein EURO-Debütant. (APA, red, 24.6. 2016)

Mögliche Aufstellungen, EM-Halbfinale:

Ungarn – Belgien (Sonntag, 21.00 Uhr, Toulouse, Stadium Municipal, SR Mazic/SRB)

Ungarn: 1 Kiraly – 2 Lang, 20 Guzmics, 23 Juhasz, 4 Kadar – 10 Gera, 8 Nagy – 7 Dzsudzsak, 15 Kleinheisler, 18 Stieber – 9 Szalai

Ersatz: 12 Dibusz, 22 Gulacsi – 3 Korhut, 21 Bese, 6 Elek, 14 Lovrencsics, 16 Pinter, 11 Nemeth, 13 Böde, 17 Nikolics, 19 Priskin

Es fehlt: 5 Fiola (Bändereinriss im Sprunggelenk)

Belgien: 1 Courtois – 16 Meunier, 2 Alderweireld, 3 Vermaelen, 5 Vertonghen – 4 Nainggolan, 6 Witsel – 11 Carrasco, 7 De Bruyne, 10 Hazard – 9 R. Lukaku

Ersatz: 12 Mignolet, 13 Gillet – 15 Denayer, 21 J. Lukaku, 23 Ciman, 18 Kabasele, 8 Fellaini, 14 Mertens, 19 Dembele, 17 Origi, 20 Benteke, 22 Batshuayi

  • Vor Ungarn baut sich Belgien auf.
    foto: afp/dunand

    Vor Ungarn baut sich Belgien auf.

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