Vorarlberger SPÖ arbeitet an Visionen

24. Juni 2016, 15:05
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Die schwächste rote Landespartei will sich erneuern. Michael Ritsch spürt durch Christian Kern Aufbruchstimmung

Bregenz – Michael Ritsch hält sich trotz turbulenter Abwärtsfahrt seiner Partei gut im Sattel. Vor ihm wechselten die Parteichefs im Zweijahresrhythmus, er selbst ist seit neun Jahren Chef der SPÖ Vorarlberg.

Die SPÖ dümpelt in Land seit 1974 in der Opposition vor sich hin, 2009 stürzte sie auf drei Mandate ab. Die Klubstärke hielt sie 2014 mit 8,7 Prozent nur knapp. Ritsch musste dabei zusehen, wie sich die Volkspartei die Grünen in die Regierung holte. Nun will er seine Klientel aus der Wahlverweigerung zurückholen.

Zu seinem Jubiläumsparteitag im Herbst 2017 – dann wird er zehn Jahre im Amt sein – will Ritsch der Partei das Ergebnis des Erneuerungsprozesses präsentieren, der vor vier Monaten gestartet wurde. Visionsgruppen arbeiten an inhaltlichen und strukturellen Veränderungen, auch personelle sind nicht ausgeschlossen. Denn Ritsch macht kein Geheimnis daraus, dass er den Parteivorsitz abgeben möchte.

Ritsch nicht mehr amtsmüde

Nach dem Debakel bei der Landtagswahl 2014 wollte Ritsch als Obmann aufhören, fand aber niemanden für das Ehrenamt. 2017 könnte das anders aussehen, meint Ritsch. Es gebe Kandidaten für die Nachfolge. Gehandelt werden Geschäftsführer Reinhold Einwallner, aber auch Gesundheitssprecherin Gabi Sprickler-Falschlunger.

Mit einem Wechsel an der Parteispitze würden aber nicht gleichzeitig die personellen Weichen für die Landtagswahl 2019 gestellt. Man könnte ja Parteivorsitz und Spitzenkandidatur auch trennen, sagt Ritsch. Die Amtsmüdigkeit des doppelten Wahlverlierers scheint demnach vorbei zu sein. Ritsch, der mit Werner Faymann nie richtig konnte, fühlt sich durch Christian Kern beflügelt. In der SPÖ Vorarlberg spürt er "Aufbruchstimmung". (Jutta Berger, 24.6.2016)

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