Caritas-Überschuss unter scheidendem Direktor Küberl

24. Juni 2016, 14:21
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Steirische Caritas erzielte im Jahr 2015 ein Plus von 16.000 Euro, das Spendenaufkommen ist gestiegen

Graz – Die Caritas der Diözese Graz-Seckau hat 2015 bei einem Spendenaufkommen von 7,1 Millionen Euro ein konsolidiertes Ergebnis von rund 16.000 Euro erzielt. Bemerkenswert sei, so Generalsekretärin Maria Gschaider und der im August scheidende Direktor Franz Küberl am Freitag, dass man gegenüber 2014 rund 0,3 Millionen Euro mehr an Spenden hatte. Das Aufkommen enthält Bar- und Sachspenden sowie Sponsoring.

Man habe unter anderem Rücklagen aufgelöst, und von finanziellem Gesichtspunkt her sei es kein leichtes Jahr gewesen, sagte Gschaider. Viel Spielraum gebe es nicht, und das werde auch nicht besser werden, sagte Küberl. Bei einem Gesamtvolumen von 80 Millionen Euro machten die Spenden rund zwölf Prozent der Finanzierung der Caritas aus. 71 Prozent der Mittel seien Entgelte für Dienstleistungen. 17 Prozent stammten aus Subventionen und kirchlichen Beiträgen. 39 Prozent der Spendenmittel setze die Caritas in der Steiermark in niederschwelligen Einrichtungen ein, wie etwa bei der Ausspeisung im Grazer Marienstüberl, den Notunterkünften und z. B. für das Angebot der Beratungsstelle zur Existenzsicherung.

Nach 22 Jahren in den Ruhestand

Küberl, der nach 22 Jahren an der Spitze der steirischen Caritas in den Ruhestand geht und sich noch auf ein großes Fest am Montag freuen darf, sang bei seiner letzten Präsentation eines Geschäftsberichts ein Loblied auf die Mitarbeiter und deren Engagement. Im letzten Quartal 2015 hätten sich allein 1.667 Freiwillige in der Flüchtlingsakuthilfe engagiert. Küberl pries auch die rund 4.000 Helfer, die sich an der Haussammlung beteiligt haben: "Sie sind oft Prellbock, und der Vorwurf, den sie oft hören, dass nur für Ausländer gesammelt wird, stimmt einfach nicht. Alle Mittel der Haussammlung gehen in die Steiermark". Küberl legte auch Wert auf die Feststellung – "angesichts unausrottbarer falscher Geschichten wie etwa Caritas-Handys für Flüchtlinge", dass es zehn Angebote und Möglichkeiten zur Beratung und Hilfe in Notfällen gebe, bevor überhaupt Geld fließe.

Küberl nannte in einer persönlichen Bilanz Einrichtungen wie das Schulpfhaus für Jugendliche, die Etablierung der Straßenzeitung "Megaphon", die Lerncafes oder das Grazer Marienstüberl, die zum Teil Vorbilder für ähnliche Einrichtungen in ganz Österreich gewesen seien. Ein Credo sei es, dass "Hilfe immer auf Augenhöhe erfolgen muss". Da müsse man auch einen langen Atem haben: "Eine unserer Mitarbeiterinnen, die leider schon verstorbene Maria Macher, ist mit ihrem Angebot zur Familienunterstützung bei einer Familie 26 mal abgeblitzt. Beim 27. Mal sagte die Familie dann ja", erinnerte Küberl an persönliches Engagement.

Und: "Ein wichtiges Element ist das spirituell-religiöse, das Evangelium als Leitfaden für die Caritas-Tätigkeit: "Die Handlungsanweisung Jesu ist unmissverständlich geschildert im Gleichnis vom barmherzigen Samariter", sagte Küberl. (24.6.2016)

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