Wales als Favorit in britisches Duell mit Nordirland

24. Juni 2016, 13:36
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Debütant mit starker Gruppenphase und noch stärkerem Gareth Bale

Paris – Am 27. Mai 2011 war es in Dublin zwar ausnahmsweise trocken, Tristesse herrschte trotzdem. Und zwar im Nationalstadion der irischen Hauptstadt, wo sich an jenem Freitagabend die Fußball-Auswahlen von Wales und Nordirland gegenüber standen. Für das Match in der 51.700 Zuschauer fassenden Arena hatten sich exakt 529 Menschen ein Ticket kaufen wollen.

Es war das fünfte Spiel des sogenannten Nation Cups, ein ehemaliges Turnier, an dem neben Nordirland und Wales auch die Nationalteams von Irland und Schottland teilgenommen hatten. Dank der Tore von Aaron Ramsey (36.) und Robert Earnshaw (69.) gewann Wales mit 2:0.

Beim EM-Achtelfinale werden die Umstände andere sein. Zehntausende Anhänger beider Nationen halten sich derzeit in Frankreich auf. Die Begeisterung in beiden Lagern ist gewaltig. Wales geht als Favorit ins britische Derby am Samstag (18.00 Uhr, Liveticker auf derStandard.at) in Paris. Das Team von Chris Coleman trifft nach dem 1:2 gegen England im "Battle of Britain II" auf Nordirland. Während die Waliser ihre Gruppe B überraschend als Sieger abschlossen, rutschten die Nordiren als viertbester Gruppendritter gerade noch in die K.o.-Phase.

Glänzender Bale

Coleman erwartet ein hart umkämpftes Spiel der beiden EM-Debütanten. "Nordirland ist physisch sehr stark. Sie bringen den Ball schnell nach vorne und sind defensiv perfekt organisiert", erläuterte der Trainer der "Drachen". Er erwartet eine sehenswerte Partie: "Beide Mannschaften haben sich bis jetzt hervorragend geschlagen. Entscheidend wird die Tagesform sein."

Die war bei den Walisern in den bisherigen Auftritten bestens, speziell Gareth Bale scheint in Topform. Das bisher Gezeigte untermauert jedoch Colemans These, dass Wales keine Einmannshow sei. Im Verbund mit Arsenals Aaron Ramsey und Joe Allen von Liverpool in der Mittelfeldzentrale sorgte Bale vor allem im letzten Gruppenspiel gegen Russland (3:0) für Dynamik und rollende Angriffe. An diese Vorstellung soll gegen die Nordiren angeknüpft werden. "Wenn wir die Leistung vom Russland-Spiel abrufen, haben wir eine gute Chance", sagte Bale.

Dass Wales als Favorit gehandelt wird, spielte für den 26-Jährigen hingegen keine Rolle. "Das können andere so sehen. Für uns ist wichtig, dass wir wie immer auf den Platz gehen werden, um zu gewinnen."

Optimistischer Außenseiter

Nordirlands Michael O'Neill glaubt unterdessen an die historische Chance seiner Mannschaft. "Wir werden mit dem Glauben ins Spiel gehen, dass wir gewinnen und unter die besten acht Teams kommen können." Stürmer Kyle Lafferty ging sogar noch einen Schritt weiter. Er hielt "einen langen Weg bis zum Turnierende" für möglich.

Positiv könnte sich der "Heimvorteil" für die Nordiren auswirken. Sie bestritten bereits ihr Gruppenspiel gegen Deutschland (0:1) im Prinzenparkstadion. "Wir werden davon profitieren, schon einmal dort gewesen zu sein und auf diesem Rasen gespielt zu haben", sagte O'Neill. Der Sieger dieser Begegnung trifft im Viertelfinale am kommenden Freitag (21.00 Uhr) in Lille auf den Gewinner der Paarung Ungarn – Belgien (Sonntag, 21.00 Uhr, Toulouse). (APA/Reuters, red, 24.6. 2016)

Mögliche Aufstellungen, EM-Achtelfinale:

Wales – Nordirland (Samstag, 18.00 Uhr, Paris, Prinzenparkstadion (Parc des Princes), SR Atkinson/ENG)

Wales: 1 Hennessey – 5 Chester, 6 A. Williams, 4 Davies – 2 Gunter, 7 Allen, 16 Ledley, 10 Ramsey, 3 Taylor – 11 Bale, 18 Vokes

Ersatz: 12 Fon, 21 Ward – 15 Richards, 19 Collins, 8 King, 17 Cotterill, 22 Vaughan, 13. G. Williams, 14 Edwards, 9 Robson-Kanu, 20 J. Williams, 23 Church

Nordirland: 1 McGovern – 18 Hughes, 4 McAuley, 20 Cathcart, 5 J. Evans – 16 Norwood – 19 J. Ward, 13 C. Evans, 8 Davis, 14 Dallas – 10 Lafferty

Ersatz: 12 Carroll, 23 Mannus – 2 McLaughlin, 15 McCullough, 22 Hodson, 3 Ferguson, 6 Baird, 17 McNair, 21 Magennis, 7 McGinn, 9 Grigg, 11 Washington

  • Dynamisch, mannschaftsdienlich und bestens gelaunt: Gareth Bale spielt ein hervorragendes Turnier.
    foto: reuters/kessler

    Dynamisch, mannschaftsdienlich und bestens gelaunt: Gareth Bale spielt ein hervorragendes Turnier.

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