"Counter-Strike": Spieler klagt Valve wegen milliardenschweren illegalen Glücksspiels

24. Juni 2016, 09:55
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Freier Handel mit Waffenskins hat illegalen Wettmarkt in den USA ermöglicht

Ein Spieler des populären E-Sport-Shooters "Counter-Strike: Global Offensive" ("CS:GO") hat in den USA eine Klage gegen Hersteller Valve eingereicht. Grund dafür: Michael John McLeod aus Connecticut behauptet, der Konzern betreibe mit "Counter-Strike" einen "illegalen Online-Glücksspielmarkt".

"Valve war und ist Beteiligt an der Schaffung, Erhaltung und dem Betrieb eines Marktes", in dem Spieler und Drittunternehmen Waffenskins (Dekorationen für virtuelle Spielwaffen, Anm.) wie Casino-Chips handeln können, heißt es in der von Polygon zitierten Klage.

Milliardengeschäft

McLeod bringt damit ein Geschäft vor Gericht, das bereits seit einiger Zeit als umstritten gilt. Wie das Wirtschaftsportal Bloomberg vergangenen April berichtete, sollen 2015 rund drei Millionen Spieler mittels dieser Waffenskins, die als digitale Währung fungieren, insgesamt ungefähr 2,3 Milliarden Dollar auf Sportereignisse gewettet haben. Neben Sportwetten existieren auch Seiten, die Glücksspiele wie Roulette und Slot-Machinen anbieten, die durch "CS:GO"-Waffenskins bespielt werden können. Valve agiert in diesem unregulierten Markt als Schnittstelle und verdient zumindest an jeder Transaktionen mit, die über Steam getätigt wird. 15 Prozent des Verkaufspreises wandern an Valve.

Minderjährige können wetten

Der Klage zufolge habe Valve dieses illegale Glücksspiel für Millionen von Amerikanern ermöglicht, in dem man es erlaubt hat, die individuellen Accounts seines Steam-Netzwerks mit den Webseiten von Drittanbietern zu verknüpfen. Über diese Webseiten können die über Valve verkauften Skins einfach eingetauscht und als Wetteinsätze verwendet werden.

"Auf dem E-Sports-Glücksspielmarkt sind "CS:GO"-Skins wie Casino-Chips, die auch außerhalb des Spiels einen finanziellen Wert haben, da man sie direkt in Bargeld umwechseln kann", beschreibt McLeod den Sachverhalt. Prekär sei überdies, dass einige der Drittherstellerwebseiten keine Altersverifikation erfordern, wodurch illegale Wetten auch von Minderjährigen durchgeführt werden können.

Eine Stellungnahme seitens Valve steht bisher noch aus. (zw, 24.6.2016)

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    foto: counter-strike: global offensive

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