KMU bei Beschäftigungslage unzufrieden

24. Juni 2016, 08:22
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87 Prozent der mittelständischen Betriebe sehen Wirtschaftspolitik als nicht optimal, Druck zu Personalabbau lässt nach

Wien – Die heimischen Klein- und Mittelbetriebe (KMU) sind mit ihrer Umsatz- und Ertragslage weiterhin unzufrieden. 87 Prozent sind auch mit der aktuellen Wirtschaftspolitik nicht zufrieden und betreiben eine vorsichtige Personalpolitik. Die Beschäftigungssituation ist das vierte Jahr in Folge nicht optimal, der Trend geht jedoch nach oben, ergab eine Umfrage des Gläubigerschutzverbandes Creditreform.

Die schwache Konjunktur schlug sich unter den 1.300 im April und Mai befragten KMU auch in der Bereitschaft nieder, neue Mitarbeiter einzustellen. Der Saldo der Betriebe mit mehr oder weniger Beschäftigten betrug minus 15,7 Prozentpunkte. Eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, als es noch minus 21,6 Prozentpunkte waren. Verglichen wird dabei der Anteil jener Firmen, die Personal aufgestockt haben, mit jenen die ihren Personalstand verkleinert haben. Rund 11 Prozent der Betrieb haben demnach ihren Personalbestand aufgestockt und 27 Prozent verkleinert. 58 Prozent hielten ihn unverändert.

Positive Signale aus Baugewerbe

Am deutlichsten hat die Baubranche Arbeitsplätze verringert. Bei fast 42 Prozent der Befragten gingen Arbeitsplätze verloren, nur 3,3 Prozent stellten neue Mitarbeiter ein. Die meisten Neueinstellungen gab es im Dienstleistungsgewerbe, wo 14 Prozent der Betriebe ihr Personal aufstockten, 24 Prozent aber abbauten. Im Handel stockten knapp 13 Prozent auf und 20 Prozent bauten ab. Im Verarbeitenden Gewerbe waren es 12,6 gegenüber 27 Prozent.

Auch in den kommenden Wochen sollte sich die Zahl der Beschäftigten in den mittelständischen Betrieben per Saldo nicht erhöhen, aber auch nicht so stark verringern wie vor einem Jahr. Aus der Befragung ergibt sich ein Saldo von minus 2,2 Prozentpunkten. Demnach wollen 17,4 Prozent der Betriebe aufstocken und 19,6 Prozent Personal abbauen.

Positive Signale kommen laut Umfrage aus dem Baugewerbe, wo es in naher Zukunft einen Beschäftigtenzuwachs geben soll. Ein Viertel wollen neue Arbeitsplätze schaffen, ein Fünftel abbauen. In allen anderen Hauptwirtschaftsbereichen sollte sich die Personaldecke leicht verringern. (APA, 24.6.2016)

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