UN befürchtet 2,3 Millionen Flüchtlinge nach Ansturm auf IS-Hochburg

23. Juni 2016, 18:19
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Bevorstehende Offensiven der irakischen Armee gegen Extremistenmiliz könnten Massenflucht auslösen

Bagdad/Mossul – Bevorstehende Offensiven gegen die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) im Irak könnten den Vereinten Nationen zufolge mindestens weitere 2,3 Millionen Menschen in die Flucht treiben.

Allein ein Vorstoß auf die faktische IS-Hauptstadt Mossul im Norden des Landes werde schätzungsweise 830.000 Flüchtlinge zur Folge haben, sagte die für die humanitäre Lage im Irak zuständige UN-Koordinatorin Lise Grande am Donnerstag.

Angriff auf "Kalifat"

Beim Sturm auf die Stadt selbst dürften schlimmstenfalls eine Million hinzukommen, in der Provinz Anbar zudem mindestens 430.000. Den UN-Angaben zufolge sind im Irak bereits 3,4 Millionen Menschen auf der Flucht.

Der IS hatte vor zwei Jahren große Teile des Irak und Syriens unter seine Kontrolle gebracht und ein Kalifat ausgerufen, eine besondere Form eines islamischen Gottesstaates. In den vergangenen Monaten haben die Islamisten in beiden Staaten auf mehreren Fronten Rückschläge hinnehmen müssen. Die beiden faktischen Hauptstädte des IS, Mossul im Irak und Rakka in Syrien, sind jedoch weiter in ihrer Hand. (Reuters, 23.6.2016)

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