Mehr als 350.000 Griechen warten auf ihre Pension

23. Juni 2016, 17:43
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Schuldenschnitt 2012 führte zu schweren Defiziten bei Kassen

Athen – Wer in Griechenland Anspruch auf Pension hat, muss zwischen sechs bis 24 Monate lang warten, bis sie ausgezahlt wird. Grund seien die verspätete Auszahlung staatlicher Subventionen für die defizitären Pensionskassen, die weitverbreitete Schwarzarbeit, die Verluste der Kassen durch den Schuldenschnitt für private Gläubiger Griechenlands im Jahr 2012 sowie fehlendes Personal.

Damit warten mehr als 350.000 Menschen auf ihr Geld. Die meisten Pensionskassen hatten in griechische Staatsanleihen investiert und dann wegen des Schuldenschnitts mehr als 50 Prozent ihrer Einlagen verloren. Dies berichteten am Donnerstag griechische Medien unter Berufung auf die Gewerkschaft der Beamten der staatlichen Kassen.

Im Verzug seien sogar die vorläufigen Pensionen, die die Menschen bekommen, damit sie nicht auf die Hilfe von Verwandten angewiesen sind, bis sie ihre Pension bekommen. Bei der größten griechischen Pensionskasse der Angestellten (IKA) etwa seien mehr als 85.000 Anträge im Verzug. 38.000 Menschen warten auf eine vorläufige Rente. Diese Kasse weise ein Defizit von mehr als zwei Milliarden Euro auf, hieß es. (APA, 23.6.2016)

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