EU-Austritt Österreichs: Man weiß ja nie

Einserkastl23. Juni 2016, 17:02
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Die 38 Prozent, die eine Volksabstimmung über einen "Öxit" abhalten wollen, sind nicht nichts

Immerhin 38 Prozent sind dafür, eine Volksabstimmung über einen "Öxit" abzuhalten. Also über einen Austritt Österreichs aus der EU.

55 Prozent sind dagegen. Immerhin. Aber die 38 Prozent, die jetzt den Beitrittsbeschluss von 1994 (67 Prozent "Ja") noch einmal überprüft sehen wollen, sind nicht nichts. Denn man kann davon ausgehen, dass die Mehrheit dieser Minderheit auf einen Ausgang hofft, der mit dem Austritt endet.

Es sind übrigens hauptsächlich Ältere, weniger Gebildete und FPÖ-Wähler (diese zu 67 Prozent), die noch einmal abstimmen wollen.

Peter Hajek, der die Umfrage im Auftrag von ATV Österreich Trend durchgeführt hat: "Eine klare Mehrheit der Österreicher ist gegen eine Abstimmung über den EU-Austritt Österreichs. Wahrscheinlich möchte dieser Teil der Bevölkerung gar nicht die Möglichkeit zulassen, weil man ja nie weiß, wie es sich entwickeln könnte."

Genau so ist es ja in Großbritannien passiert, wo ein taktischer Schachzug eines schwachen Premierministers und eine lügenhafte Kampagne in der Presse und der nationalistischen Bewegungen zu dem höchst risikoreichen Brexit-Referendum führten.

Die Anti-EU-Kampagne, die die Krone und die FPÖ in Österreich fuhren und fahren, hat mit den realen Verhältnissen auch sehr, sehr wenig zu tun. So gesehen, sind die 38 Prozent ja noch nicht alarmierend.

Oder? (Hans Rauscher, 23.6.2016)

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