Nach dem EM-Ende: "Höchststrafe" für Österreich

23. Juni 2016, 00:00

Bei der Analyse über das Ausscheiden der Nationalelf weinte der Himmel über Paris dicke auf Herbert Prohaska

Die Voraussetzungen für ein Fußballfest im Stade de France waren im Prinzip vorhanden. Gefühlte sieben Stunden vor Anpfiff sondierten die ORF-Kommentatoren Bernhard Stöhr und Herbert ("den Dativ") Prohaska das heikle Terrain. Was denn die Spieler so kurz vor einem Entscheidungsmatch mit sich anzufangen wüssten, wollte Stöhr vom Experten wissen. Prohaska war um die Antwort nicht verlegen: "Die Erwartung ist groß, dass man bald im Stadion ist."

Sympathisches Rumoren

Bald war auch der Teamchef ("der Lieblingsschweizer der Österreicher") im Stadion. Freund und Gegner verblüffte Marcel Koller mit einer bizarren Aufstellung. Das Konzept: Die Isländer unter Aufbietung von (gefühlten) sieben Innenverteidigern zu verzaubern. Aber auch erprobte Defensivkünstler blieben von Hektik nicht verschont. Warum also diese Hektik, fragte Alina Zellhofer den Trainer nach verlorenem Match. Antwort: "Weil es halt menschlich ist."
Menschlich ging es auch sonst zu. Im ÖFB-Präsidenten rumorte es sympathisch. Das Spiel wurde zum Gegenstand des Stoffwechsels, Leo Windtner meinte: "Verdauen müssen wir alle."

Die Leere nach dem Schluss

Ein junger Mann auf der Fanmeile vor dem Wiener Rathaus wollte da nicht zurückstehen: "Die erste Halbzeit hamma verschissen!" Ist aber erst einmal alles draußen, kommt es zu einem Vakuum. Teamkapitän Christian Fuchs, unsere Werbe-Pippi: "Es ist ein Moment der ganz großen Leere!"
Mit der Entleerung ernst machte dann auch der Himmel über Paris. Der vergoss dicke Tränen auf den formschönen Anzug von Herbert Prohaska. Der war fassungslos: "Höchststrafe!" Es war eben "sicherlich nicht unsere EURO". (Ronald Pohl, 23.6.2016)

  • Stöhr und Prohaska bei Österreich gegen Island am Mittwoch im ORF.
    foto: orf

    Stöhr und Prohaska bei Österreich gegen Island am Mittwoch im ORF.

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