UN-Drogenbericht: Cannabis ist Nummer eins

23. Juni 2016, 13:30
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Auf 250 Millionen Menschen schätzt die Uno die weltweite Zahl der Konsumenten von illegalen Drogen

Wien – Berechnungen zufolge konsumiert eine Viertelmilliarde Menschen weltweit Drogen. Das häufigste Suchtmittel ist nach wie vor Cannabis. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Drogenbericht des UNODC – dem UN-Büro zur Drogen- und Verbrechensbekämpfung – hervor.

Auf fast 250 Millionen schätzt die Organisation mit Sitz in Wien die Zahl der Menschen im Alter von 15 bis 64 Jahren, die 2014 zu Drogen gegriffen haben. Darunter 183 Millionen Cannabiskonsumenten. Auf 33 Millionen wird die Zahl der Personen geschätzt, die Opioide und Opiate einnehmen. 207.000 Menschen sind dem Bericht zufolge im Jahr 2014 durch Drogenmissbrauch gestorben. In einem Drittel bis zur Hälfte der Fälle waren Überdosierungen schuld, meistens von Opioiden. "Heroin ist nach wie vor jene Droge, die die meisten Menschen tötet", konstatierte UNODC-Chef Yuri Fedotov.

Opium-Produktion stark gesunken

Die Opium-Produktion ist 2015 im Vergleich zu 2014 um 38 Prozent auf 4.770 Tonnen gesunken. Zurückzuführen sei dies in erster Linie auf einen Rückgang in Afghanistan, wo bei der Herstellung ein Minus von 48 registriert wurde, eine Folge geringerer Ernteerträge in den Südprovinzen des Landes. In dem Staat befinden sich jedoch weiterhin fast zwei Drittel der globalen Anbauflächen. Opioid-Missbrauch ist nach Überzeugung der UNO-Experten für einen Großteil der durch Drogen verursachten Todesfälle verantwortlich.

Das UNODC geht davon aus, dass die Zahl der Konsumenten von Opium, Morphin und Heroin bei rund 17 Millionen Menschen liegt. "Es scheint unwahrscheinlich, dass der starke Rückgang der Opium-Produktion 2015 zu einem größeren Engpass auf dem weltweiten Heroin-Markt führen wird", heißt es in dem Report. Denn aus den großen Erträgen der vorangegangenen Jahre seien ausreichend Bestände vorhanden, die das aktuelle Manko ausgleichen.

Soziale Unterschiede

Sorgen bereitet auch die immer weiter steigende Zahl der psychotropen Substanzen. 2014 wurden 66 neue gemeldet, 2015 bereits 75, obwohl die Datenerfassung noch nicht abgeschlossen ist. 2012 bis 2014 waren es überwiegend synthetische Cannabinoide, 2015 nach vorläufigen Zahlen ungefähr gleich viele synthetische Cathinone wie Cannabinoide.

29 Millionen der schätzungsweise 247 Millionen Menschen, die 2014 Suchtmittel konsumierten, leiden an Krankheiten oder Störungen als Folge des Drogenmissbrauchs. Aber nur einer von sechs Betroffenen sei in Therapie, hält der Report fest. Zwölf Millionen Menschen spritzen sich die Drogen, die Hälfte davon hat Hepatitis C, 1,6 Millionen von ihnen sind HIV-infiziert.

Beträchtliche Unterschiede gibt es zwischen den Geschlechtern: Männer weisen eine dreimal höhere Wahrscheinlichkeit auf, Cannabis, Kokain oder Amphetamine zu konsumieren als Frauen. Die wiederum greifen häufiger zu Schmerz- und Beruhigungsmitteln.

Sozioökonomisch bessergestellte Gruppen haben nach Angaben der UNO-Experten eine höhere Neigung, mit Drogenkonsum zu beginnen. Es seien aber die sozial und ökonomisch schlechter gestellten Menschen, die einen höheren Preis zahlen: Denn bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie abhängig werden, so der Bericht. (APA, 23.6.2016)

  • Schätzungen zufolge konsumierten im Jahr 2014 183 Millionen Menschen Cannabis.
    foto: apa/reuters/john vizcaino

    Schätzungen zufolge konsumierten im Jahr 2014 183 Millionen Menschen Cannabis.

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