Öffentliche Präsentation statt Kandidatenhearing

23. Juni 2016, 13:11
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Am Vortag der Wahl via Livestream oder auf ORF III – Nachnominierungen bis 1. August, 12 Uhr möglich

Wien – Ein öffentliches Hearing der Kandidaten für die ORF-Generaldirektion ist wieder vom Tisch. Der Stiftungsrat des ORF einigte sich am Donnerstag stattdessen auf eine öffentliche "Präsentation" am 8. August, allerdings ohne Frage- und Antwortmöglichkeiten. Die rechtlichen Bedenken hätten zu schwer gewogen, lautete die Begründung von Gremienmitgliedern für diesen Kompromiss.

Die Hearingsidee hatte im Kielwasser der Kür des Rechnungshof-Präsidenten Fans gefunden. Der Hauptausschuss des Nationalrats hatte dafür die Kandidatinnen und Kandidaten erstmals öffentlich gehört. Danach mehrten sich die Stimmen für ein solches Prozedere auch vor der Wahl des ORF-Generaldirektors am 9. August.

Verschwiegenheit

Dass das Hearing im Stiftungsrat am Wahltag dafür nicht taugt, war indes schnell klar. Das Aufsichtsgremium ist angelehnt ans Aktienrecht zur Verschwiegenheit verpflichtet. Daher wurde ventiliert, den Publikumsrat als Bühne zu nutzen. Doch letztendlich wären auch hier Bedenken geblieben, hieß es im Rande der Sitzung aus dem Stiftungsrat zu Journalisten.

Öffentliche Präsentation der Konzepte am Vortag der Wahl

Daher soll jenen Kandidaten, die zum Wahltag in den Stiftungsrat geladen werden, nun am Tag davor – also am 8. August – die Möglichkeit gegeben werden, ihre Konzepte öffentlich zu präsentieren. Ob dies via Livestream oder etwa auf ORF III ausgestrahlt wird, scheint noch nicht ganz fix. Fest steht jedenfalls, dass es sich um reine Vorträge handeln soll und kein Nachfragen ermöglicht wird.

Nachnominierungen von Kandidaten durch Stiftungsräte werden übrigens wieder möglich sein: Man hat sich am Donnerstag dafür auf den Stichtag Montag, 1. August um 12 Uhr geeinigt. (APA, 23.6.2016)

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