1:0 – Belgien schickt Schweden nach Hause

22. Juni 2016, 23:26
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Ein später Treffer von Nainggolan sichert den Belgiern Platz zwei in Gruppe E und ein Achtelfinalduell mit Ungarn

Nizza – Belgien steht wie erwartet im Achtelfinale der Europameisterschaft und trifft am Sonntagabend in Toulouse auf Gruppe-F-Sieger Ungarn, Schweden muss wie 2008 und 2012 die Heimreise antreten. Mit einem mühevollen 1:0 (0:0) im letzten Spiel der Gruppe E verteidigten die Belgier den zweiten Platz hinter Italien, die Schweden landeten mit nur einem Punkt auf dem letzten Gruppenplatz.

Letztes Länderspiel für Ibrahimovic

Der entscheidende Treffer gelang Mittelfeldspieler Radja Nainggolan in der 84. Minute mit einem Gewaltschuss. Zuvor hatten beide Mannschaften einige gute Möglichkeiten ausgelassen. Belgien befindet sich in der nominell leichteren Tableau-Hälfte, im Viertelfinale wartet der Sieger aus Wales gegen Nordirland. Für Zlatan Ibrahimovic war das 116. auch das letzte Länderspiel.

Schweden begann mit Elan nach vorne, Marcus Berg zwang Thibault Curtois gleich in der fünften Minute zu einer Glanzparade. Nicht einmal eine Minute später scheiterte Romelu Lukaku auf der Gegenseite an Andreas Isaksson. In der Folge entwickelte sich eine offene Partie mit mehr Ballbesitz und mehr Chancen für die Belgier, die bereits vor der Partie praktisch fix für das Achtelfinale qualifiziert waren.

Keine Armlänge fehlte Ibrahimovic in der 26. Minute bei einem Schuss von der Strafraumgrenze auf sein erstes Tor bei dem Turnier. Die schwedische Galionsfigur beschäftigte immer wieder die gegnerische Abwehr, alles in allem agierten die Schweden aber etwas zu schemenhaft. Für Belgien verpasste Abwehrspieler Thomas Meunier (45.), der knapp neben das Tor köpfelte, die letzte Gelegenheit, noch vor der Halbzeitpause anzuschreiben.

Abseitstreffer von Ibrakadabra

Nach Wiederbeginn verlor Belgien die Kontrolle über das Spiel, die Schweden drückten mächtig. Chancen von Ibrahimovic (51.) und Albin Ekdal (53.) brachten nichts ein, beim Tor von Ibrahimovic in der 63. Minute hatte der deutsche Schiedsrichter Felix Brych zuvor auf Abseits entscheiden. Die bis dahin gefährlichste Aktion der Belgier war ein Weitschuss von Kevin De Bruyne (66.), bei dem Isaksson spektakulär hinabtauchte, auch gegen Lukaku war er (73.) zur Stelle.

Ibrahimovc fand hingegen bei einem direkten Freistoß in Curtois seinen Meister. De Bruyne rettete bei einem Kopfball Andreas Granqvists auf der Linie. Kurz darauf zog Nainggolan unhaltbar aus rund 20 Metern ab. Die Schlussoffensive der Schweden brachte nichts mehr ein, Nainggolan hatte sogar noch das 2:0 auf dem Fuß, abermals wehrte Isaksson ab. Die Länderspiel-Karriere von Ibrahimovic ging damit mit einer Niederlage zu Ende. (APA, 22.6.2016)

EM-Gruppe E, 3. Runde, Mittwoch

Schweden – Belgien 0:1 (0:0)
Nizza, Stade de Nice, 34.000 Zuschauer, SR Felix Brych (GER)

Tor: Nainggolan (84.)

Schweden: Isaksson – Lindelöf, Johansson, Granqvist, Olsson – Larsson (70. Durmaz), Ekdal, Källström, Forsberg (82. Zengin) – Ibrahimovic, Berg (63. Guidetti)

Belgien: Courtois – Meunier, Alderwereild, Vermaelen, Vertonghen – Nainggolan, Witsel – Carrasco (71. Mertens), De Bruyne, Hazard (93. Origi) – Lukaku (87. Benteke)

Gelbe Karten: Ekdbal, Johansson bzw. Meunier, Witsel

Stimmen

Radja Nainggolan (Belgien-Torschütze): "Wir hatten am Anfang Mühe mit den Schweden. Aber wir hatten die besseren Chancen und mehr Chancen. Deshalb haben wir einfach zu wenige Tore gemacht. Daran müssen wir noch arbeiten. Wichtig ist, dass wir so weit gekommen sind. Hier wollten wir ja sein. Jetzt konzentrieren wir uns auf das nächste Spiel."

Eden Hazard (Belgien-Offensivspieler): "Das ist eine solide Mannschaft, aber wir fahren nach Toulouse, um dort zu gewinnen. Wir können es natürlich besser. Aber für den Moment ist das nicht so schlecht. Wir werden diesen Abend jetzt erst einmal genießen."

  • Radja Nainggolan wird von den Kollegen Dries Mertens (li.) und Kevin De Bruyne geherzt.
    foto: afp/ jonathan nackstrand

    Radja Nainggolan wird von den Kollegen Dries Mertens (li.) und Kevin De Bruyne geherzt.

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