1:0 – Brady macht das irische Glück perfekt

22. Juni 2016, 23:09
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Irland steht nach einem starken Auftritt gegen Italien im Achtelfinale. Robbie Brady sorgte für das späte Tor

Mit dem ersten EM-Sieg seit 28 Jahren hat Irland am Mittwoch zum Abschluss der Gruppenphase den Einzug ins EM-Achtelfinale geschafft. Gegen eine harmlose italienische B-Elf belohnte sich der Außenseiter mit einem späten Treffer Robbie Bradys (85.) und schaffte mit vier Punkten als einer der vier besten Gruppendritten den Aufstieg.

Nächster Gegner der Iren ist damit am Sonntag Frankreich. Italien hingegen geht mit einem Negativerlebnis in die Neuauflage des Finales von 2012 gegen Spanien und muss sich am Montag gegen den Titelverteidiger deutlich steigern.

Bremse

In Lille war vor rund 45.000 Zuschauern schnell klar, dass Italien nicht um jeden Preis punkten musste. Angesichts des schon vor dem Spiel fixierten Gruppensiegs nahm Antonio Conte zahlreiche Umstellungen vor. Goalie Salvatore Sirigu, Defensivmann Angelo Ogbonna, die Mittelfeldspieler Mattia De Sciglio, Stefano Sturaro, Thiago Motta und Federico Bernardeschi, dazu im Sturm Simone Zaza und Ciro Immobile kam neu in die Mannschaft.

Irland war sichtlich bemüht, diese Chance zu nutzen und den zum Aufstieg nötigen Sieg einzufahren. Ein wuchtiger Weitschuss von Jeff Hendrick, nur um Zentimeter am Pfosten vorbei, eröffnete die Partie quasi offiziell (9.), die Boys in Green blieben am Drücker. Einmal scheiterte Shane Duffy per Kopf an Sirigu (20.), einmal ging sein Köpfler über das Tor (31.).

Italien kommt, Irland trifft

Italien, das den Iren im Lauf der ersten Hälfte immer mehr Entfaltungsmöglichkeiten gab, fand erst kurz vor der Pause die erste Chance vor. Immobile zielte mit einem ansatzlosen Flachschuss aus über 20 Metern knapp am Tor vorbei. Momente vor dem Halbzeitpfiff sahen sich die Iren dann auch noch um einen Elfmeter betrogen, Schiedsrichter Ovidiu Hategan aus Rumänien befand den heftigen Rempler Bernardeschis an McClean aber nicht eines Strafstoß' würdig.

Italien fand bald nach Wiederbeginn die erste Großchance der zweiten Hälfte vor, Zaza vollierte knapp übers Tor (52.). Danach ging einmal mehr nicht viel beim Weltmeister 2006, Irland zog ein minutenlanges Power-Play ein. Das trug vorerst aber keine Früchte, Italien kam wieder auf und schockte die Iren mit einem Stangenschuss des eingewechselten Lorenzo Insigne (77.) schwer.

Doch die kämpften verbissen, im Finish brachte Coach Martin O'Neill mit dem 35-jährigen Robbie Keane eine weitere Offensivkraft. Als Wes Hoolahan in der 84. Minute völlig allein an Sirigu scheiterte, schien die irische Mission schon gescheitert. Doch der Joker machte seinen Patzer mit einer perfekten Flanke auf Robbie Brady wieder gut, der vor dem etwas zögerlichen Sirigu am Ball war und einköpfelte. (APA, 22.6.2016)

EM-Gruppe E, 3. Runde, Mittwoch

Italien – Irland 0:1 (0:0)
Lille, Stade Pierre-Mauroy, 44.300 Zuschauer, SR Hategan (ROM)

Tor: 0:1 (85.) Brady

Italien: Sirigu – Barzagli, Bonucci, Ogbonna – Bernardeschi (60. Darmian), Sturaro, Motta, Florenzi, De Sciglio (82. El Shaarawy) – Zaza, Immobile (74. Insigne)

Irland: Randolph – Coleman, Duffy, Keogh, Ward – Hendrick, McClean, McCarthy (77. Hoolahan), Brady – Long (90. Quinn), Murphy (70. McGeady)

Gelbe Karten: Sirigu, Barzagli, Zaza, Insigne bzw. Long, Ward

Stimmen

Robbie Brady (Torschütze Irland): "Was für ein Tag. Wir haben Geschichte geschrieben und Millionen glücklich gemacht. Jeder Einzelne hat seinen Beitrag geleistet."

Antonio Conte (Trainer Italien): "Ich kann meinen Burschen nicht viel vorwerfen. Es war ein körperlich knallhartes Spiel auf einem Rasen, der kaum bespielbar war. Es ist schade, dass wir die Partie in dem Moment verloren haben, als wir sie eigentlich im Griff hatten. Jetzt müssen wir die Batterien wieder aufladen, aber ich habe gute Antworten von allen erhalten."

Leonardo Bonucci (Abwehrspieler Italien): "Wir hätten mehr tun müssen, aber Glückwunsch an Irland, sie haben mit Herz gespielt."

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    foto: apa/afp/philippe lopez

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