Schweizer Stiftung lässt Kinder wegen Aufklärungsvideos vor Gericht ziehen

22. Juni 2016, 15:54
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Beschwerde beim Bundesgericht in Lausanne von christlich orientierter Stiftung eingebracht

Lausanne – Mehrere Kinder und Jugendliche wollen gegen das Video einer Schweizer Aufklärungskampagne, das Erwachsene eindeutig mit Spaß beim Sex zeigt, vor das oberste Gericht ziehen.

35 Minderjährige zwischen 4 und 17 Jahren sowie deren gesetzliche Vertreter hätten wegen der "hochsexualisierten" Präventionskampagne "Love Life – bereue nichts" eine Beschwerde beim Bundesgericht in Lausanne verfasst, teilte die christlich orientierte Stiftung Zukunft Schweiz mit. Ob sie anerkannt und wann eventuell darüber entschieden werde, sei noch unklar, erklärte am Mittwoch ein Sprecher des Gerichts auf Anfrage.

Ministerielle Initiative

Das Video mit hetero- und homosexuellen Paaren, das vor zwei Jahren im Schweizer Fernsehen gezeigt wurde, enthält die Aufforderung: Liebt das Leben, aber schützt euch vor HIV. Initiiert hat die Aufklärungskampagne des Schweizer Gesundheitsministerium.

Die Kläger sehen nach Angaben der Stiftung den Anspruch von Minderjährigen "auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit und auf Förderung ihrer Entwicklung" verletzt. Bereits 2014 war eine entsprechende Klage vom Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen als nicht zulässig erklärt worden. Dagegen richtet sich nun die Beschwerde beim Bundesgericht. (APA, dpa, 22.6.2016)

  • In der Schweiz geht eine christliche Stiftung mit Kindern und Jugendlichen gegen Aufklärungsmaterialen vor.
    foto: apa/georg hochmuth

    In der Schweiz geht eine christliche Stiftung mit Kindern und Jugendlichen gegen Aufklärungsmaterialen vor.

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