Hoteliers legen eigenes Steuerkonzept vor

22. Juni 2016, 16:59
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Für CO2-Abgabe und Eindämmung der Lohnnebenkosten

Wien – Mit einem eigenen Steuerkonzept wollen Österreichs Hoteliers weg von der puren Kritik an zu hohen Belastungen und Alternativen aufzeigen, wie es anders ginge – und wie der Wirtschaftsstandort dadurch attraktiviert werden könne, wie der Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung, Gregor Hoch, am Mittwoch in Wien sagte.

Kern des ÖHV-Steuerkonzepts ist eine Senkung der Lohnsteuer und der Lohnnebenkosten. Während die durchschnittliche Steuer- und Abgabenquote der 28 EU-Länder 39,3 Prozent beträgt, liegt sie in Österreich mit 43,8 Prozent deutlich darüber. Zudem hingen Österreichs Staatseinnahmen überproportional von der Belastung von Arbeit durch Lohnsteuer, Lohnsummenabgaben und Sozialversicherungsbeiträge ab.

"Der Anteil von Steuern auf Arbeit liegt in Österreich, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, bei 26 Prozent, im EU-Durchschnitt sind es nur 20 Prozent", rechnete Hoch vor. Investitionsschwäche sei die Folge. Allein zwischen 2010 und 2014 sei die Nettoinvestitionsquote von zehn auf 4,8 Prozent gesunken.

Vier Pfeiler

Das Steuerkonzept der ÖHV ruht auf vier Pfeilern. Die Steuer- und Abgabenquote soll möglichst auf 40 Prozent gedrückt werden. Das bringe eine jährliche Entlastung von mindestens zehn Milliarden Euro. Einsparungspotenzial von knapp 16 Milliarden Euro ortet die ÖHV bei Förderungen, in der Verwaltung sowie im Sozial- und Gesundheitsbereich. Dabei habe man Vorschläge aufgegriffen, die der Rechnungshof und das Wirtschaftsforschungsinstitut gemacht haben, sagte Hoch.

Wichtig sei die Anpassung der Abschreibungsdauer an ein realistischeres Maß – bei Immobilien statt derzeit 40 auf 25 Jahre. Bei kürzerfristigen Investitionen soll es statt der linearen eine gestaffelte Abschreibung (50 bis 60 Prozent in den ersten drei Jahren) geben. Die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter soll von 400 auf 4.000 Euro angehoben werden.

Die Mittel für die Wohnbauförderung, derzeit 915 Millionen Euro, sollten aus dem allgemeinen Steuertopf kommen und zweckgewidmet werden, sagte Hoch. Aufgeschlossen zeigt sich die ÖHV, was eine CO2-Steuer betrifft. Eine solche Abgabe könne verursachergerecht als Lenkungsmaßnahme eingesetzt werden und Teile der Steuerausfälle ersetzen. (stro, 22.6.2016)

  • Ruft nach Entlastung: der Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung, Gregor Hoch.
    foto: apa/lechner

    Ruft nach Entlastung: der Vizepräsident der Österreichischen Hoteliervereinigung, Gregor Hoch.

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