Brexit und der Fußball: Die Auswirkungen

24. Juni 2016, 08:22
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Muss sich die Premier League auf einen Schlag gut 100 neue Spieler suchen? Die wichtigsten Fragen und Antworten

Wien – Der Brexit wird Realität, Großbritannien tritt aus der EU aus. Was sind die Folgen für den Fußball auf der Insel?

Die wichtigsten Fragen und Antworten:

  • Können England, Wales, Nordirland und Schottland weiterhin an einer EM und Klubs aus den Ligen dieser Länder am Europacup teilnehmen?

Ja. Über die Chance zur Teilnahme an diesen Wettbewerben entscheidet allein die Mitgliedschaft in der Uefa.

  • Was sind die Folgen für die Premier League?

Spieler mit einem Pass eines EU-Mitglieds durften bisher ohne Einschränkung für einen britischen Klub arbeiten. Das ist nach aktuellen Bestimmungen aus der EU nicht mehr der Fall. Die Spieler werden nun wie Akteure aus einem Nicht-EU-Staat behandelt, diese müssen bereits jetzt strikte Kriterien einhalten. Diese Regeln wurden vom Innenministerium unter anderem auf Drängen der FA zum Schutz einheimischer Spieler aufgestellt.

  • Welche Regeln sind das?

Die Erteilung einer Arbeitserlaubnis richtet sich derzeit für Spieler aus einem Nicht-EU-Land nach der Weltranglistenposition seines Herkunftslands und seinen Länderspielen. So muss ein Spieler aus einem Land unter den Top Ten der Welt 30 Prozent der möglichen Länderspiele der vergangenen zwei Jahre bestritten haben. Von einem Profi aus einem Land der Plätze elf bis 20 sind 45 Prozent aller Einsätze für sein Nationalteam gefordert – und so weiter.

  • Wie viele Spieler sind betroffen?

In der vergangenen Saison hätten rund hundert Spieler aus EU-Ländern allein in der Premier League keine Arbeitserlaubnis erhalten – der "Telegraph" kommt auf 95, die BBC rechnet mit gut 100. In den beiden höchsten Ligen Englands und Schottlands sollen insgesamt 332 Spieler betroffen sein. In der Premier League sind mit Christian Fuchs (Leicester), Sebastian Prödl (Watford), Marko Arnautovic (Stoke) und Kevin Wimmer (Tottenham) derzeit vier Österreicher engagiert.

  • Muss sich die Premier League auf einen Schlag 100 neue Spieler suchen?

Das ist nach Ansicht von Experten eher unwahrscheinlich. Das Innenministerium kann beispielsweise die Bestimmungen für die Erteilung von Arbeitserlaubnissen wieder senken. "Die Premier League ist einer der größten Exporteure der Vereinigten Königreichs und erwirtschaftet einen signifikanten Betrag", sagt der Sportökonom Babatunde Buraimo von der Universität Liverpool dem "Telegraph".

Der Jurist Gregory Ioannidis von der Universität Sheffield rechnet zwar mit keinen Problemen für die Klubs, sieht aber Schwierigkeiten, Fußballprofis anders als normale Arbeitnehmer zu behandeln. Wie neue Regularien aussehen können und welche Folgen sie haben werden, ist ebenfalls noch völlig unklar. (APA, 23.6.2016)

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    foto: reuters/keogh

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