Burgenländische Polizei hob internationalen Drogenring aus

22. Juni 2016, 12:31
125 Postings

Gruppe in Goa-Techno-Szene aktiv – Suchtmittel sichergestellt, mehrere Festnahmen

Eisenstadt/Neusiedl am See – Ein Kanadier, ein Schwede und ein Italiener haben bei Goa-Techno-Partys international nach Abnehmern von Drogen gesucht, auch in Österreich. Ermittlungen des Bezirkspolizeikommandos Neusiedl am See führten nun zur Zerschlagung der Bande und zu zahlreichen Festnahmen.

Die drei Haupttäter sitzen in Österreich in Haft, sagte Bezirksinspektor Martin Tonweber bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Ein 62-jähriger Kanadier und ein 36-jähriger Italiener mit Hauptwohnsitz in Indien wurden schon vor längerem verhaftet und zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Ihr 41-jähriger Partner aus Schweden wurde bei seinem letzten Österreich-Besuch observiert, Ende Mai auf Basis eines EU-Haftbefehls in Marseille verhaftet und vergangene Woche ausgeliefert. In Österreich soll die Gruppe Drogen im Schwarzmarktwert von einer Million Euro in Umlauf gebracht haben. Die Polizei kann ihnen nach eigenen Angaben den Handel von (gerundet) 4,4 Kilogramm Kokain, 13.000 LSD-Trips, sieben Kilogramm Amphetaminen, drei Kilogramm der chemischen Droge MDMA, 21 Kilogramm Cannabisblüten und 200 Gramm Heroin nachweisen.

Anreise nach Österreich

Auslöser für die Ermittlungen war ein Hinweis bei einer Amtshandlung im Bezirk Neusiedl am See. "Schritt für Schritt" hätten die Erhebungen zu dem Drogenring geführt, sagte Tonweber. "Nach mehreren Monaten konnten wir die Drahtzieher ausforschen." Diese besuchten Raves und knüpften dabei zunächst persönliche Kontakte. Via E-Mail, Social Media oder Telefon wurden die weiteren Modalitäten geklärt. Die Haupttäter reisten bei entsprechend großem Interesse an Drogen nach Österreich, um die Abwicklung der Deals zu organisieren. Zum Teil brachten sie die Ware selbst per Bahn oder Flugzeug mit, zum Teil wurde sie per Post an Kontakt- oder Bunkeradressen geschickt.

Bei Hausdurchsuchungen in mehreren Bundesländern stellte die Polizei 3,5 Kilogramm Amphetamin, 2,7 Kilogramm Cannabis, 2.000 LSD-Trips, 180 Gramm Kokain und 400 Gramm MDMA sicher (gerundete Angaben). Außerdem stieß sie auf hohe Bargeldbeträge und verbotene Waffen wie Totschläger und Schlagringe. 32 Verdächtige – Staatsangehörige Österreichs, Deutschlands, Polens, Italiens, Schwedens, Kanadas und Serbiens – wurden in Österreich ausgeforscht, 26 davon in Justizanstalten eingeliefert und zum Teil bereits verurteilt.

Das Trio war international gut vernetzt und in der weltweiten Goa-Techno-Szene aktiv. Die Drogen kamen aus Indien, den Niederlanden und den USA. Aufgrund des hohen Reinheitsgehalts gehen die Ermittler davon aus, dass die Männer direkten Kontakt zum Erzeuger hatten. Wie viel man außerhalb Österreichs umsetzte, müssen internationale Folgeermittlungen klären. (APA, 22.6.2016)

Share if you care.