Überdurchschnittliche Getreideernte und niedrige Preise erwartet

22. Juni 2016, 12:47
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Preis für Qualitätsweizen aktuell nur bei 154 Euro pro Tonne

Wien – Die heimischen Bauern rechnen heuer mit einer überdurchschnittlichen Getreideernte und niedrigen Preisen. Die vorläufige Ernteschätzung der Landwirtschaftkammer geht von 3,28 Mio. Tonnen Getreide aus. Das wäre ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem fünfjährigen Durchschnitt und eine Steigerung von 2 Prozent gegenüber 2015.

Ein gutes Geschäft wird die Getreideernte für die österreichischen Bauern heuer voraussichtlich nicht: Aktuell sind die Preise wieder relativ niedrig, an der Pariser Warenterminbörse Euronext kostet eine Tonne Weizen 162 Euro und an der Wiener Getreidebörse wird für eine Tonne Qualitätsweizen 154,5 Euro verlangt. In den vergangenen Jahren hat der Weizenpreis eine Berg- und Talfahrt erlebt und pendelte zwischen 140 und 280 Euro. Eine schlechte Ernte in einem großen Anbaugebiet kann den Weltmarktpreis für Getreide aber schnell wieder in die Höhe schießen lassen.

Mehr Hartweizen

Eine mengenmäßig gute Ernte erwartet die Landwirtschaftskammer in Österreich heuer bei Weizen, Tritikale und Wintergerste. Die Menge bei Hartweizen soll gegenüber dem Vorjahr um 19 Prozent und bei Weichweizen um 7 Prozent steigen, Wintergerste (+5 Prozent) und Roggen (+2 Prozent). Der deutliche Erntemengenrückgang bei Sommergerste (- 19 Prozent) liegt vor allem an der geringeren Anbaufläche. Auffällig ist der Anstieg der Biogetreidefläche in Österreich um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Der Winter war laut Landwirtschaftskammer von der Niederschlagsmenge unterdurchschnittlich, aber es gab immer wieder moderate Regenfälle und milde Temperaturen. Der Frost in den Tagen nach dem 25. April und der Schneefall vom 26. April führten zu Ausfällen von Mais und Kürbis in Südösterreich, aber auch zu Schäden bei Raps und Gerste in vielen Teilen Österreichs. In Kärnten mussten rund 700 Hektar Mais aufgrund der Frostschäden ein zweites Mal angebaut werden. Bei den anderen Ackerkulturen führten die teilweise niedrigen Temperaturen im Frühjahr oft zu einem verzögerten Wachstum. Aufgrund des milden Winters und der feuchtwarmen Witterung im Frühjahres kam es vermehrt zu Schädlingsbefall und Pilzkrankheiten. (APA, 22.6.2016)

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    foto: apa/dpa/uwe anspach
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