Fanfeier nach Türkei-Sieg: Polizist in Tirol durch Faustschlag verletzt

22. Juni 2016, 11:28
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25-Jähriger attackierte nach Übertragung des Spiels der Türkei gegen Tschechien einen Beamten – Schreckschusspistole in Salzburg, Feuerwerke in Lustenau abgeschossen

Reutte – Im Zuge von Feiern türkischer Fußballfans nach dem Sieg der türkischen Nationalmannschaft gegen Tschechien bei der EM in Frankreich ist es am Dienstagabend in Reutte in Tirol zu einem tätlichen Angriff gegen einen Polizisten gekommen. Ein 25-jähriger Einheimischer versetzte dem Beamten dabei einen Faustschlag gegen den Oberkörper, teilte die Exekutive mit.

Der Polizist wurde an der Hand verletzt. Der 25-Jährige konnte schließlich nach dem Einsatz von Pfefferspray festgenommen werden. Er wurde mit Augenreizungen in das Krankenhaus Reutte gebracht. Der Mann wird der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Zu der Attacke war es gekommen, als der Beamte zum "Sprecher" der türkischen Fangemeinde vordringen wollte, die gerade lautstark durch das Ortsgebiet von Reutte zog. Die türkischen Fans gebrauchten laut Exekutive auch pyrotechnische Gegenstände.

Schreckschüsse in Salzburg

In Salzburg hat die Polizei am späten Dienstagabend einen türkischen Fußballfan angezeigt, der den Sieg etwas zu euphorisch feierte. Der 20-Jährige hatte bei einem Autokorso jubelnder Anhänger durch die Stadt als Beifahrer mit einer Schreckschusspistole mehrere Schüsse aus einem fahrenden Pkw abgegeben. Eine Streife konnte das Fahrzeug kurz darauf anhalten.

Bei der Durchsuchung wurde die goldfarbene Pistole samt Patronen sichergestellt. Der Türke zeigte sich sofort geständig. Allerdings stellte sich bei der Überprüfung heraus, dass gegen den 20-Jährigen bereits ein Waffenverbot besteht. Außerdem stellten die Beamten ein Gramm Cannabiskraut sicher. Verletzt wurde niemand. Insgesamt gingen bei der Polizei mehrere Beschwerden über den Lärm der feiernden Fans ein.

Feuerwerke in Lustenau

In Lustenau haben etwa 40 bis 50 türkische Anhänger zwei Feuerwerke gezündet und Schlachtrufe skandiert. Laut Polizei habe es keine Straftaten oder Verwaltungsübertretungen gegeben. Beim Eintreffen der Exekutive löste sich die Zusammenkunft sofort auf.

Vor der Ankunft der Polizei sei es hingegen "schon etwas turbulent zugegangen", hieß es seitens der Sicherheitskräfte. Es sei deshalb auch legitim, dass Anrainer die Polizei gerufen hätten. Gefährlich sei die Situation aber nicht gewesen. Einige der Befragten hätten angegeben, das sei ihre Art zu feiern, sie seien nicht auf die Idee gekommen, etwas Außergewöhnliches zu tun. (APA, 22.6.2016)


  • Türkische Fans beim Spiel in Lens auf einem Smartphone-Display. In Österreich kam es bei den Siegesfeiern zu Zwischenfällen.
    foto: reuters/carl recine

    Türkische Fans beim Spiel in Lens auf einem Smartphone-Display. In Österreich kam es bei den Siegesfeiern zu Zwischenfällen.

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